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Flüchtlinge kämpfen in einem UNHCR-Lager um ein paar Bananen.

Foto: Reuters/Imam

Yar-Hussein-Lager - Die Kämpfe im Nordwesten Pakistan haben innerhalb von 24 Stunden mehr als 160.000 Menschen in die Flucht getrieben. Seit Mittwoch seien mehr 163.000 Flüchtlinge in den Lagern registriert worden, teilte der Chef des UN-Flüchtlingshilfswerkes (UNHCR), Antonio Guterres, am Donnerstag beim Besuch eines Lagers mit. Insgesamt flüchteten in den vergangenen zweieinhalb Wochen rund 834.000 Menschen vor den Kämpfen zwischen Armee und radikalislamischen Taliban im Swat-Tal.

Armeechef Ashfaq Kayani sprach am Donnerstag an der Front mit Soldaten und Befehlshabern, wie das Militär mitteilte. Es war der erste Besuch Kayanis, der öffentlich bekannt wurde. Die Armee hatte zuvor ihre Offensive in der Region fortgesetzt. 54 Islamisten und neun Soldaten wurden nach Armeeangaben innerhalb von 24 Stunden getötet. Damit seien seit Beginn der Offensive Ende April 800 Taliban und 42 Armeeangehörige ums Leben gekommen. Angaben zu möglichen zivilen Opfer lagen nicht vor.

Regierung setzt Ausgangssperre zur Flucht aus

Am Freitag haben sich  erneut tausende Bewohner auf die Flucht aus dem umkämpften Swat-Tal im Nordwesten Pakistans gemacht. Die Regierung setzte eine Ausgangssperre in der Stadt Mingora und den umliegenden Landkreisen am Freitag für acht Stunden außer Kraft, um Zivilisten die Flucht zu ermöglichen, wie ein Behördensprecher berichtete. Seinen Angaben zufolge flohen tausende Menschen in ihren Privatautos aus dem Gebiet. Zudem hätten 150 Busse eine Spezialgenehmigung erhalten, Menschen aus der Region zu bringen. (APA)