Bild nicht mehr verfügbar.

Google ließ Nutzer im Dunkeln

Foto: AP

Zum zweiten Mal in diesem Jahr hat eine technische Panne Dienste von Google behindert. Millionen von Nutzern konnten etwa eine Stunde lang nicht auf die Suche oder auf ihre E-Mail-Konten zugreifen. Betroffen waren etwa 14 Prozent aller Google-Nutzer.

Technisches Problem

Als Grund für die Störung nannte das kalifornische Unternehmen ein technisches Problem, das dazu führte, dass ein zu großer Teil des Datenverkehrs über Computer in Asien geführt wurde. Die Störung habe am Donnerstag um 16.48 Uhr (MESZ) begonnen und etwa eine Stunde gedauert, schrieb Google-Manager Urs Hoelzle im Firmenblog. Das Unternehmen bemühe sich darum, die Ursachen zu beheben, um eine Wiederholung zu verhindern.

IPv6-Umstellung

Dimitri Alperovitch von McAfee geht davon aus, dass Google Änderungen an den Autonomous System Numbers (ASN) vorgenommen habe als Teil der Umstellung auf den neuen IPv6-Standard. Ein unbekannter Bug habe jedoch dazu geführt, dass Internet Service Provider die neuen ASNs nicht finden konnten, berichtet Cnet. Google sei dadurch von zahlreichen Nutzern abgeschottet gewesen. Google selbst habe inzwischen jedoch dementiert, dass der Ausfall in Zusammenhang mit IPv6 stehe. Allerdings konnte der Konzern auch nicht angeben, was den Fehler tatsächlich ausgelöst habe.

Generalverdacht

Bereits am 31. Januar gab es eine Panne bei der Internet-Suche mit Google. Knapp eine Stunde lang wurde damals jede Homepage unter den Generalverdacht einer möglichen Infektion mit schädlicher Software gestellt: "Diese Website könnte ihren Computer beschädigen". Ein Mausklick auf einen beliebigen Treffer führte nur auf eine Seite mit einer Warnung und einen Hinweis auf die Webseite StopBadware.org. Das Unternehmen führte dies auf einen menschlichen Irrtum zurück. Ursache war ein Fehler beim regelmäßigen Update der Listen von potenziell gefährlichen Websites.

Weil Google von mehreren hundert Millionen Menschen genutzt wird, kann bereits eine kleinere Störung gewaltige Auswirkungen haben. Davon sind unter Umständen auch andere Websites betroffen, welche Dienste von Google integriert haben. (red/APA/AP)