Brüssel - Die CO2-Emissionen der Industrie in der Europäischen Union sind im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2007 um 3,06 Prozent zurückgegangen. Dies teilte die EU-Kommission in Brüssel am Freitag mit. Österreich verzeichnete trotz des rückläufigen EU-Trends im selben Zeitraum einen Anstieg von 31,751 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent auf 32,004 Mio. Tonnen im Rahmen des EU-Handels mit Luftverschmutzungsrechten (Emissionshandel).

In absoluten Zahlen betrug der Ausstoß an CO2-Äquivalent in dem vom Emissionshandel erfassten Sektoren 2008 in der gesamten EU 2,060 Mrd. Tonnen. Nicht erfasst sind die ebenfalls beteiligten Länder Norwegen und Liechtenstein sowie Bulgarien, für die noch keine vollständigen Daten vorliegen. Neben Österreich verzeichneten 2008 auch Großbritannien, Belgien, die Niederlande, Zypern, Ungarn, Litauen, die Slowakei und Schweden einen Anstieg ihrer Industrie-Emissionen.

Handelssystem funktioniert

"Die 3-Prozent-Reduktion ist zum Teil darauf zurückzuführen, dass die Industrie Maßnahmen zur Emissionsverringerung ergriffen hat, als Antwort auf die hohen CO2-Preise, die es bis zu Beginn des wirtschaftlichen Abschwungs gab", erklärte EU-Umweltkommissar Stavros Dimas. Dies zeige, dass das EU-Emissionshandelssystem gut funktioniere. Eine Sprecherin von Dimas ergänzte, die Daten seien vor der Rezession akkumuliert worden.

Die im EU-Emissionshandel erfassten Installationen gingen 2008 auf 11.116 zurück, das sind um 316 weniger als im Jahr zuvor. In Österreich stiegen die erfassten Industrie-Installationen dagegen von 210 auf 216.

Einen Überblick über die gesamten CO2-Ausstoß der EU will die Kommission am 29. Mai vorlegen, sagte die Sprecherin. Dafür seien aber erst Daten für das Jahr 2007 verfügbar.

Bisher gilt der EU-Emissionshandel nur für Industrie und Energiewirtschaft. Ab 2012 soll auch die Luftfahrt einbezogen werden.(APA)