Bogotá - Nach eineinhalb Jahre Eiszeit hat Venezuela seine diplomatischen Beziehungen zu Kolumbien wieder aufgenommen. Der neue Botschafter Venezuelas in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá, Gustavo Márquez Marín, sagte am Donnerstag nach Überreichung seines Beglaubigungsschreibens, sein Land werde Kolumbien im Kampf gegen die Drogenkriminalität und linke Rebellengruppen unterstützen. Die Rebellen ziehen sich oft nach Anschlägen in Kolumbien über die Grenze nach Venezuela zurück.

Von 2001 bis 2004 war Márquez Marín Venezuelas Botschafter in Wien.

Im November 2007 hatte Venezuelas Staatspräsident Hugo Chávez die Beziehungen zu Kolumbien aus Verärgerung über das Verhalten des kolumbianischen Präsidenten Alvaro Uribe in der Geiselaffäre abbrechen lassen. Uribe hatte ihm damals ein Mandat zur Vermittlung bei den Bemühungen um die Freilassung von Geiseln der linken FARC-Rebellen, darunter auch die dann im Juli 2008 befreite frühere Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt, entzogen.

Chávez erklärte damals, solange der konservative Uribe Präsident Kolumbiens sei, werde er weder zum Staatschef noch zur Regierung Kolumbiens Beziehungen unterhalten. "Ich kann das schon allein wegen meiner Würde nicht", meinte er. Bei einem Treffen der beiden Präsidenten Anfang dieses Jahres hatte sich jedoch schon das Tauwetter angekündigt. (APA/dpa)