Vor dem Life Ball in Wien war Bill Clinton in Stade. Die Stadt liegt laut Wikipedia am Fluss Schwinge zwischen dem Alten Land und Kehdingen, unweit der Unterelbe. Stade? Der ehemalige US-Präsident hat dort einen Freund, der auch Millionär ist. Amerikanische Präsidenten haben oft reiche, sehr reiche Leute zu Freunden, das ergibt sich irgendwie so. Clinton hat besonders viele davon und er nimmt ihnen gerne Geld für gute Zwecke ab. In Wien dürfen 100 Menschen für ein (kurzes) Dinner mit Clinton 2500 Euro für die Life-Ball-Charity zahlen. Durch die Obama-Aufregung ist Bill Clinton ein wenig in den Hintergrund gerückt. Dabei war er kein schlechter Präsident: keine katastrophalen Kriege angefangen und vor allem fast acht Jahre Wirtschaftsboom! Und, mein Gott, Monica! Das hat ihm (wahrscheinlich) sogar Hillary verziehen, obwohl sie nicht Präsidentin wurde. Seither, schon zehn Jahre lang, reist Clinton durch die Welt und sammelt Geld für gute Causen. Ob er sich manchmal fragt, ob das schon alles gewesen ist? Er ist erst 63. Aber besser so ein Leben als Expräsident als das von George W., von dem kein Hund mehr ein Stück Brot nimmt. (RAU, DER STANDARD Print-Ausgabe, 16./17.05.2009)