Die zwei Metallfiguren, die mit ihren Projektoren-Köpfen an die Silhouetten von Mickey-Mäusen erinnern, werben immer noch für das verschwundene Großkino.

Die Riesentrümmer waren noch nicht einmal fertig, da wussten im Grunde alle schon auf gut Wienerisch: "Des kann net guatgeh'n." Damals, als Ende der 90er-Jahre in Wien gleich sechs Multiplex-Kinos auf einmal errichtet wurden. Die Stadtplanung schaute tatenlos zu - und so musste das halt der Markt regeln. Nur ein paar Jahre dauerte es, da ging ein Kinocenter nach dem anderen krachen. Im Auhofcenter, auf dem Wienerberg, im Gasometer - überall wechselten die Betreiber.

Und beim UCI in der Lasallestraße brauchte es wirklich nicht die Gnade der Prophetie, um vorauszusagen, dass das an diesem Standort nicht funktionieren würde. Es dauerte auch hier nicht lang - 2002 war dieses Thema bereits erledigt.

Man findet die Stelle, wo sich der Eingang zum Konkurskino befand, leicht: Die zwei Metallfiguren, die mit ihren Projektoren-Köpfen an die Silhouetten von Mickey-Mäusen erinnern, werben immer noch für das verschwundene Großkino. Vorne ist nun das Ibis-Hotel - doch dahinter nur gähnende Leere. Das große Großkino-Vakuum. Die Antwort auf die Frage, die sich schon Ende der 90er viele stellten: Was passiert eigentlich mit den Ruinen, wenn diese Kinos einmal zusperren - wie sollte man die je nachnutzen können?

Genauso, wie man sich jetzt fragen kann: Was wird aus all den Einkaufscentern, die in der ganzen Stadt errichtet werden? Welche Mahnmale werden die im Stadtbild hinterlassen, falls das eine oder andere wieder zusperren muss? (Roman David-Freihsl, DER STANDARD Print-Ausgabe, 16./17.05.2009)