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Ruth Padel

Foto: AP/Sang Tan

London - Die Lyrikerin Ruth Padel ist zur Professorin für Dichtung (Poetry) an der Universität Oxford gewählt worden. Padel setzte sich am Samstag mit 297 zu 129 Stimmen gegen den Inder Arvind Mehrotra durch. Damit geht das prestigeträchtige Amt erstmals an eine Frau. Padel sagte, sie fühle sich durch die Wahl "geehrt" und werde ihr Bestes tun, um der Poesie und den StudentInnen in Oxford zu dienen.

Die 63-jährige Autorin hat seit den 80er Jahren verschiedene Lyrik-Bände veröffentlicht. Daneben setzte sie sich auch theoretisch mit der Poesie auseinander, unter anderem in einer Serie von Beiträgen für die Zeitung "The Independent on Sunday". Diese wurden in dem Band "52 ways of looking at a poem" (2002) versammelt.

Jahrhunderte alte Tradition

Das Verfahren um die Vergabe der Professur rief erheblichen Ärger hervor. Der Nobelpreisträger für Literatur von 1992, Derek Walcott, zog sich aus dem Rennen zurück, nachdem ihm sexuelle Belästigungen in den 80er Jahren nachgesagt worden waren. Er sagte in einem Zeitungsinterview, er wolle nicht an einem Wettbewerb teilnehmen, der Anlass zur "Beschmutzung" und zum "Charaktermord" biete. Die Professur für Poetry in Oxford geht auf das Jahr 1708 zurück. Frühere Amtsinhaber waren der britische Autor W. H. Auden, der zeitweise in Österreich lebte, und der irische Lyriker Seamus Heaney. (APA/AFP)