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Rund 50.000 Menschen versammelten sich nach Schätzungen von Beobachtern am Sonntag (Ortszeit) vor dem Rathaus der Hauptstadt Guatemala-Stadt und forderten mehr Gerechtigkeit im Land.

Foto: AP Photo/Castillo

Guatemala-Stadt - Nach den Mordvorwürfen gegen Guatemalas Präsidenten Alvaro Colom haben zehntausende Menschen für Justizreformen in dem lateinamerikanischen Land demonstriert. Rund 50.000 Menschen versammelten sich nach Schätzungen von Beobachtern am Sonntag (Ortszeit) vor dem Rathaus der Hauptstadt Guatemala-Stadt und forderten mehr Gerechtigkeit im Land. "Wenn sich niemand für unsere Interessen einsetzt, kümmern wir uns selbst darum", sagte Oscar Diaz, ein junger Teilnehmer an den Protesten. Es gehe nicht um einen Umsturz und nicht um den Rücktritt des Präsidenten, sondern um Gerechtigkeit.

Viele Demonstranten trugen weiße Kleidung, um Aufklärung im Mordfall eines prominenten Anwalts zu fordern und nach Rücktrittsforderungen den Druck auf Präsident Colom zu erhöhen. Der Anwalt Rodrigo Rosenberg war vor einer Woche ermordet worden, wenige Tage nachdem er Colom in einer Videobotschaft bezichtigt hatte, ein Mordkomplott gegen ihn zu planen. Die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) vertrat die Auffassung, bei dem Mord handele es sich um eine Tat im Zusammenhang mit dem organisierten Verbrechen.

Mit durchschnittlich 17 Morden pro Tag hat Guatemala eine der höchsten Gewaltraten der Welt. Die geschätzte Aufklärungsquote bei Gewalttaten liegt bei zwei Prozent. (APA/AFP)