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Grübel, grübel: Wen kann ich als nächsten feuern?

Foto: APA/Gindl

Salzburg - Nach der Fixierung des österreichischen Fußball-Meistertitels durch das 0:3 von Rapid am Sonntag in Ried rücken bei Red Bull Salzburg endgültig die Planungen für die kommende Saison in den Mittelpunkt. Sportdirektor Heinz Hochhauser will weitere neue Spieler und die Mozartstadt lotsen und kümmert sich außerdem darum, wie sein Club die ab Mitte Juli anstehende Doppelbelastung zwischen Meisterschaft und Champions-League-Qualifikation am besten übersteht.

Kader soll bis zum 15 Juni stehen

Geht es nach dem Geschmack von Hochhauser, steht der 25-Mann-Kader für die kommende Saison bereits beim Trainingsauftakt mit Neo-Coach Huub Stevens am 15. Juni fest. "Bis dahin werden zwei oder drei neue Spieler kommen, aber nicht fünf oder sechs", betonte der Oberösterreicher. An weitere Verpflichtungen gegen Ende der Transferzeit am 31. August sei nicht gedacht, "außer es gibt Verletzungen und wir müssen kurzfristig handeln", sagte Hochhauser, der im Moment im Ausland unterwegs ist, "um das zu tun, was nötig ist: Die Mannschaft zu verstärken".

Mit dem Dänen Thomas Augustinussen wurde bereits ein Mann fürs defensive zentrale Mittelfeld geholt. An welchen Positionen sonst noch Änderungsbedarf besteht, wollte Hochhauser nicht im Detail ausführen. "Es gibt Handlungsbedarf im Offensiv- und Defensiv-Bereich. Jetzt ist es zumindest leichter zu verhandeln, weil wir Meister sind", erklärte der Sportdirektor, dessen Club auf die langzeitverletzten Karel Pitak, Patrik Jezek und Christoph Leitgeb wohl noch bis weit ins kommende Spieljahr hinein verzichten muss.

Salzburg hat zudem den Vertrag mit dem serbischen Verteidiger Milan Dudic um zwei Jahre verlängert, der 29-Jährige unterschrieb bis Sommer 2011. Dudic kam 2006 von Roter Stern Belgrad zu den "Bullen".

Champions-League-Quali als Anreiz

Die Aussicht auf eine Champions-League-Teilnahme könnte für manche Kicker als zusätzlicher Anreiz für einen Wechsel nach Salzburg dienen, vermutet Hochhauser. Auf dem Weg dorthin warten zwar keine hochkarätigen Gegner wie Valencia mehr, dafür sind jedoch für die Mozartstädter drei Runden zu absolvieren. "Es ist zwar ein leichter Vorteil, dass wir nicht mehr gegen so starke Gegner antreten müssen, dafür spielen wir ab Mitte Juli nur noch englische Wochen."

Mit Stevens sei diese Problematik bereits besprochen. In den ersten Meisterschaftsrunden wird der neue Trainer wohl rotieren, damit das große Vereinsziel - die Teilnahme an der Champions-League-Gruppenphase - endlich erreicht wird. "Und ansonsten werden wir versuchen, zum Beispiel in punkto Regeneration alles Know-how auszunützen, das wir bekommen, auch von außerhalb", sagte Hochhauser.

Kooperation mit Real

Diesbezüglich erwartet der Ex-Austria-Coach wertvolle Hinweise von Real Madrid. Mit dem spanischen Rekordmeister verbindet Red Bull seit kurzem eine Kooperation im Nachwuchsbereich, durch die große Talente für die "Bullen"-Nachwuchsakademien in Ghana und Brasilien an Land gezogen werden sollen. "Von Real erhoffe ich mir gute Tipps. Wir werden auf jeden Fall großes Augenmerk auf die Trainingssteuerung legen", kündigte Hochhauser an.

Zuvor gilt es aber noch, die Saison möglichst positiv zu Ende zubringen, und das gegen Clubs, für die es in den letzten beiden Saison-Runden noch um viel gehen könnte. "Wir wollen gegen Sturm und Altach so auftreten, wie es sich gehört", versprach Hochhauser vor den Duellen mit dem UEFA-Cup-Aspiranten und dem ersten Abstiegskandidaten.

"Das war nicht immer gut"

Kurz vor Saisonende zog Hochhauser eine überwiegend positive Liga-Bilanz. "Wir sind gut gestartet, unsere Spielweise ist sehr positiv aufgenommen worden. Dann ist ein kleines Loch gekommen, weshalb vieles hinterfragt worden ist." Schließlich sei aber doch noch der verdiente Meistertitel eingefahren worden, und das mit einem Trainer, "der die extreme Offensive gesucht hat. Das war nicht immer gut".

Für Hochhauser selbst war es der erste Titel als Red-Bull-Sportdirektor, vor zwei Jahren fungierte er noch als Nachwuchschef. "Ich habe mich auch damals gefreut, aber dieser Titel jetzt ist schöner, weil ich in der Verantwortung bin und auch, weil es knapper war als damals." (APA)