Belgrad  - Der börsennotierte Mischkonzern A-Tec des österreichischen Industriellen Mirko Kovats hat kein bindendes Offert für den serbischen Kupferproduzenten RTB zugestellt. Die serbische Privatisierungsagentur habe am Freitag lediglich ein Absichtsschreiben des Konzerns erhalten, meldete der Belgrader Sender "B-92". Die für die RTB-Privatisierung zuständige Kommission des Wirtschaftsministeriums habe das Angebot nicht erwogen, da es weder der Form noch den Kriterien nach den Bedingungen der Privatisierungsausschreibung entspreche, berichtete der Sender. A-Tec hat demzufolge auch die obligatorischen Bankgarantien nicht zugestellt.

Die serbische Regierung hat nach Angaben des Senders nun auf den RTB-Verkauf bis zur Erholung des Marktes verzichtet. Das Wirtschaftsministerium habe mit RTB-Gewerkschaftsvertretern bereits Gespräche über weitere Schritte aufgenommen, meldete der Sender.

Absichtserklärung

A-Tec hatte am vergangenen Freitag in Belgrad mitgeteilt, dass der Konzern bei seiner Absicht bleibe, in Serbien zu investieren. "Die Akquisition von RTB Bor ist unser strategisches Ziel, und wir planen, es in ein modernes, europäisches Unternehmen und somit in einen untrennbaren Teil von A-Tec Industries zu verwandeln," teilte der Konzern mit. Die Privatisierungskommission hatte den Erhalt eines Offerts von A-Tec am Freitag bestätigt und seine Eröffnung für heutigen Montag angekündigt.

Zum Verkauf stand ein 40-prozentiger Anteil an RTB im Wert von mindestens 116 Mio. Dollar (85,8 Mio. Euro). Dem verbindlichen Offert war eine Bankgarantie über 10 Mio. Dollar beizulegen.

Wirtschaftsminister Mladjan Dinkic hatte im Februar den Bau einer neuen Kupferhütte im Wert von 130 Mio. Dollar angekündigt. Die notwendigen Finanzmittel sollen seitens der Regierung durch einen internationalen Kredit gesichert werden.

Die aktuelle war bereits die dritte Ausschreibung für den serbischen Kupferproduzenten in den vergangenen drei Jahren. (APA)