Blantyre - Mit einem großen Ansturm haben die Präsidenten- und Parlamentswahlen im südostafrikanischen Malawi begonnen. Vor den Wahllokalen in der Hauptstadt Lilongwe und der Handelsstadt Blantyre bildeten sich am Morgen Schlangen wartender Menschen, wie der staatliche Rundfunk am Dienstag berichtete. Beobachter erwarten ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Präsident Bingu wa Mutharika und dem Oppositionschef und früheren Finanzminister John Tembo.

Ein Gericht hatte am Wochenende entschieden, der dritte Kandidat und zweimalige Amtsinhaber Bakilizi Muluzi habe verfassungsrechtlich keinen Anspruch auf eine weitere Amtszeit. Tembos Kongresspartei bildet nun eine Koalition mit Muluzis Demokratischer Front.

Malawi hat eine rasch wachsende Wirtschaft, zählt jedoch weiterhin zu den ärmsten Ländern der Welt. Die meisten Malawier sichern sich ihren Lebensunterhalt in der Landwirtschaft.

An der Wahl dürfen rund 6,5 Millionen Malawier teilnehmen. Das ist etwas mehr als die Hälfte der Bevölkerung. Nach der Wahl 2004 hatte es Ausschreitungen gegeben, bei denen mindestens ein Mensch getötet wurde. EU-Beobachter sprachen von "ernsthaften Unzulänglichkeiten". Die Europäische Union hat rund 80 Beobachter entsandt. (APA/dpa)