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Mindestens 100 Orang-Utans sind durch die Abholzungen bedroht.

Foto: Foto: Boris Roessler dpa

Jakarta - Durch einen riesigen Kahlschlag durch Abholzungen in Indonesien ist das Rückzugsgebiet von mindestens 100 Orang-Utans, 100 Tigern und 40 bis 60 Elefanten zu zerstören. TierschützerInnen haben deshalb Alarm geschlagen, darunter die Zoologische Gesellschaft Frankfurt, die Umweltstiftung WWF und die indonesische Gruppe Warsi. 

Lizenz zum Abholzen

Nach Angaben der TierschützerInnen hat eine Papierfirma eine Lizenz zum Abholzen des letzten großen Waldgebiets außerhalb des Bukit Tigapuluh Nationalparks in der Provinz Jambi auf Sumatra erhalten. Die Organisationen haben beim Forstministerium protestiert. Bei der Firma handelt es sich um ein Tochterunternehmen von APP, einem der größten Papierkonzerne der Welt.

"Wissenschafter haben Jahrzehnte gebraucht, um zu lernen, wie man vom Aussterben bedrohte Orang-Utans erfolgreich wieder in der Wildnis aussetzt", sagte Peter Pratje von der Frankfurter Zoologischen Gesellschaft. "APP könnte einen Großteil ihres neuen Gebiets innerhalb von Monaten zerstören."

450.000 Hektar

In der Region werden seit 2002 Orang-Utans ausgesetzt. Die Population habe sich bestens eingelebt und wachse. Der Wald umfasst 450.000 Hektar. Nur knapp ein Drittel davon liegt im Nationalpark und ist geschützt. Dort leben nach Angaben der TierschützerInnen auch etwa 100 der letzten 400 wilden Tiger Sumatras und die Elefanten.

Auf Sumatra sind nach Angaben von UmweltschützerInnen zwischen 1985 und 2007 rund zwölf Millionen Hektar Wald abgeholzt worden, 48 Prozent der ursprünglichen Fläche. (APA)