Wien - Die SV Ried hat sich mit einem starken Frühjahr in der österreichischen Fußball-Bundesliga noch ins Rennen um die Europacup-Plätze gebracht. Zwei Runden vor Schluss stehen die Oberösterreicher nun am Donnerstag (15.30 Uhr) vor einem Pflichtsieg beim schwächelnden Tabellensechsten Austria Kärnten. Dann könnte es in der 36. Runde im Fill-Metallbau-Stadion zum Showdown mit Sturm Graz (gegen Red Bull Salzburg) um Rang vier kommen.

Drei Punkte und vier Tore liegen die fünftplatzierten Rieder (54 Punkte), die in den jüngsten sechs Spielen nur zwei Gegentreffer kassiert haben (beim 1:2 in Kapfenberg), derzeit hinter den Steirern (57) zurück. "Die Ausgangslage spricht klar für Sturm, ich gehe auch davon aus, dass Salzburg als regierender Meister nicht den nötigen 'Punch' bringen wird, um zu gewinnen. Außerdem haben sie auch die vergangenen beiden Auswärtsspiele verloren", glaubt Ried-Coach Paul Gludovatz nicht an Schützenhilfe der "Bullen".

Im Endeffekt könnte für das Duo für einen Platz in der Europa-League-Qualifikation auch Platz vier zu wenig sein, wenn nämlich die Austria (59/am Donnerstag beim LASK, zum Abschluss gegen Kärnten) ihren dritten Platz hält und das Cup-Finale gegen den Zweitligisten Admira (am Sonntag in Mattersburg) verliert. Mit ein Grund, warum der Blick von Gludovatz nur auf das kommende Auswärtsspiel gerichtet ist. "Wir haben es nicht mehr selbst in der Hand", wies der Ex-ÖFB-Nachwuchs-Teamchef hin.

Gludovatz erwartet in der Hypo-Group-Arena eine knappe Partie. "Ich gehe davon aus, dass sie aus ihrem Tief heraußen sind. Nach der positiven Lizenz-Entscheidung haben sie auch schon in Mattersburg (Anm./knappe 2:3-Niederlage) passabel gespielt", warnte der 62-Jährige vor dem Gegner. Mit seiner Truppe ist er nach dem tollen 3:0-Heimsieg gegen Rapid und einem starken Frühjahr (6 Siege, 4 Remis, 2 Niederlagen) zufrieden. "Wir haben eine gewisse Stabilität erreicht, die wir uns als Ziel gesetzt haben", betonte Gludovatz. Die Auswärtsbilanz gilt es allerdings mit dem eingeplanten dritten Saison-Sieg (bei 5 Remis und 10 Niederlagen) auf fremdem Terrain noch zu verbessern.

Die Klagenfurter wollen sich mit einer positiven Vorstellung von ihren Fans verabschieden und sich auch endgültig den sechsten Platz, den sie schon bei einem Remis aus eigener Kraft fixieren können, sichern. "Wir wollen die Partie natürlich für unsere Fans gewinnen. Wir sind auf einem guten Weg und wollen fortführen, was wir in Mattersburg begonnen haben", sagte Kärntens Co-Trainer Hannes Reinmayr.

Man bereite sich akribisch auf die Begegnung gegen eine "sehr gute Mannschaft" vor. Der Blick auf die Statistik verheißt allerdings nichts Gutes. Gegen Ried konnte die Elf von Coach Frenkie Schinkels in der Bundesliga-Geschichte noch nie gewinnen (3 Remis und 4 Niederlagen/Torverhältnis 2:12), in der laufenden Saison gab es nach zwei Remis (0:0,1:1) zuletzt am 7. März in Oberösterreich eine 0:2-Niederlage (Salihi-Doppelpack).

Dazu kommt der aktuelle Negativlauf von Zlatko Junuzovic und Co. Die Klagenfurter sind seit acht Runden sieglos (nur 1 Punkt/Torverhältnis 5:22), haben zuletzt viermal in Serie verloren und sind auch im eigenen Stadion viermal in Folge als Verlierer vom Platz gegangen (die letzten 3 Spiele ohne Torerfolg).

SK Austria kelag Kärnten - SV Josko Ried (Hypo-Group-Arena, SR Lechner). Bisherige Saisonergebnisse: 0:0 (a), 1:1 (h), 0:2 (a)

Austria Kärnten: Schranz - Pusztai, Chaile/Riedl, Salvatore/Ortlechner - Bubenik, Weber, Junuzovic, Dollinger - Mair, Sandro, Schumacher

Ersatz: Weber - Bürgler, Pichorner, Jagne, Nuhiu, Pink, Hierländer

Es fehlen: Prawda (gesperrt), Chiquinho (Viruserkrankung), Hinum (verletzt)

Ried: Gebauer - Stocklasa, Glasner, Burgstaller - Brenner/Hadzic, Hackmair, Kujabi - Lexa, Drechsel, Nacho - Salihi

Ersatz: Auer - Gabriel, Mader, Berger, Huspek, Pllana, Ziegl, Yeray-Ortega

Fraglich: Brenner (angeschlagen)