Mistelbach - Das im Rahmen des Weinviertelfestivals angekündigte Projekt "Samenschleuder", das am (heutigen) Dienstagnachmittag in der Landwirtschaftlichen Fachschule Poysdorf eröffnet hätte werden sollen, wurde kurzfristig abgesagt. Grund dafür ist eine fehlende Sondergenehmigung.

"Samenschleuder", ein Projekt von Renate Pittroff, lud alle Autofahrer des Weinviertels zur "Landschaftsverschönerung" ein. Die Samen, die zur Verteilung hätten kommen sollen, stammen sämtlich aus handelsüblichen Mischungen wie Wildblumenwiese, Schmetterlingswiese und Duft- und Heilkräutersamen, wie sie im österreichischen Fachhandel erhältlich sind. Diese hätten von den Autofahrern an den Reifen angebracht und so an den Straßenrändern verteilt werden sollen.

Das Projekt wurde nun auf Eis gelegt, nachdem sich herausgestellt hatte, dass die Aktion genehmigungspflichtig ist. Pitroff zeigt sich enttäuscht: "In einem Telefonat mit einem Vegetationsökologen, auf dessen Intervention es nun leider zum vorläufigen Stopp des Projekts kam, fiel der Vorschlag, die Samen sollten am Besten alle verbrannt werden."

"Wir unterstützen das Festival und finanzieren es mit, die Verantwortung liegt allerdings bei der Kulturvernetzung NÖ und den einzelnen Projektbetreibern", erklärte Andreas Lebschik, zuständig für Regionalkultur in der Kulturabteilung des Landes NÖ. Stephan Gartner, Geschäftsführer des Viertelfestivals Niederösterreich, hofft nun, die Sondergenehmigung nachträglich einholen zu können. Das Projekt könnte in diesem Fall mit Verzögerung doch noch starten: "Aufgeben tut man einen Brief".

Bei der verabsäumten Genehmigung handelt es sich um eine naturschutzrechtliche Bewilligung gemäß NÖ NSchG 2000 § 17 (5) betreffend das Ausbürgern nicht heimischer und nicht standortgerechter Gewächse in der freien Natur. Ausgestellt wird die Genehmigung durch die Abteilung Naturschutz der NÖ Landesregierung. (APA)