Wenn man im Urlaub ein wenig mehr erleben will als Pool und Buffet, kommt man an der Buchung eines Mietwagens kaum vorbei. Das Angebot an Leihautos ist unüberschaubar groß, unter den anbietenden Firmen finden sich leider auch zahlreiche schwarze Schafe.

Konsumentenschützer empfehlen deshalb, sich schon vor Reiseantritt umfassend zu informieren. Der ÖAMTC rät dazu, den Mietwagen bereits zu Hause zu buchen, damit im Falle einer Reklamation ein Ansprechpartner in Österreich verfügbar ist und das heimische Konsumentenschutzgesetz zur Anwendung kommt. Auf jeden Fall genauer betrachtet werden sollten der Vertrag, der Versicherungsschutz und vor Fahrtantritt der technische Zustand des Wagens sowie die Rückgabeformalitäten.

„Es sollte in jedem Fall eine Vollkaskoversicherung vorhanden sein und die Haftpflicht-Deckungssumme mindestens drei Millionen Euro betragen", rät ÖAMTC-Club-Juristin Verena Pronebner.

Ein Rundgang um das Auto vor Fahrtantritt sollte selbstverständlich sein. Dabei werden sämtliche Kratzer, Beulen oder sonstige Beschädigungen notiert und vom Fahrzeugvermieter schriftlich bestätigt. Auch die Tankregelung sollte im Vorhinein abgeklärt werden. „Normalerweise muss der Mietwagen voll getankt zurückgegeben werden. Wird er jedoch vom Vermieter voll getankt, was in Spanien häufig vorkommt, verursacht dies oft Zusatzkosten", so Pronebner. Außerdem sollte man sich vor der Abfahrt über Autobahnvignetten und gesetzliche Mitführpflichten informieren, da diese Regelungen von Land zu Land sehr unterschiedlich sind und nicht alle Autovermieter ihre Fahrzeuge vorgeschrieben Ausstatten. Telefonnummern für den Not- und Pannenfall helfen, im Ernstfall schnell Hilfe zu erhalten.

Schlüssel und Fahrzeugpapiere sollte man möglichst nicht in einen Postkasten werfen sondern den Wagen innerhalb der Geschäftszeiten zurückgeben. Wichtig ist dabei, sich „nochmals den Zustand des Fahrzeuges in einem Protokoll bestätigen zu lassen", rät die Juristin.

Die Abrechnung auf der Kreditkarte ist in jedem Fall genau zu kontrollieren. „Wenn ausgemacht war, dass im Mietpreis alle anfallenden Kosten inkludiert sind, und auch die Tankregelung korrekt beachtet wurde, dann ist keine weitere Abbuchung legitim", so Pronebner. Viele Mietwagenfirmen behalten sich jedoch vor, allfällige Verkehrsstrafen und nicht bezahlte Parkgebühren ebenfalls automatisch über eine Kreditkarten-Abbuchung zu begleichen. Dazu kommt dann noch eine Bearbeitungsgebühr.

Und dabei ist nicht einmal gesichert, dass der fahrbare Untersatz überhaupt den Regeln zur Verkehrssicherheit entspricht. Der ADAC hat in sieben europäischen Reiseländern 60 Autovermieter inkognito getestet.

Getestet wurde in Italien, Griechenland, Portugal, Spanien, Kroatien, der Türkei und auf Malta. Zwölf Leihautos hatten erhebliche Mängel und waren für den Straßenverkehr untauglich. Darunter waren auch fünf Geländerwagen mit Mängel an Bremsen, Lenkung und Fahrwerk. Alle anderen Fahrzeuge waren weitgehend in Ordnung. Allerdings konnten nur zwei Anbieter mit der Note „Sehr gut" punkten, 32 Mietwagen-Stationen erhielten immerhin ein „Gut".

Testsieger wurde der Autovermieter National auf Kos in Griechenland, am schlechtesten hat die Europcar-Station im ebenfalls griechischen Thira auf Santorin abgeschnitten.

20 Prozent aller getesteten Fahrzeuge hatten keinen Verbandskasten an Bord, Sicherheitsgurte auf der Rückbank sowie Beifahrer-Airbags waren ebenfalls kaum vorhanden. 24 der getesteten Anbieter hatten keine Kindersitze zur Verfügung. Besonders schlecht schnitten die Vermieter auch im Service ab - das Personal war unfreundlich, die Tester wurden schlecht informiert und nicht in den Fahrzeugbetrieb eingewiesen. Auch zu Versicherungsschutz und den Preisen im Allgemeinen erhielten die ADAC-Tester nur mangelnde Informationen. (red)