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Seit Wochen demonstrieren zehntausende in der feminisierten Berufsgruppe "ErzieherIn" Beschäftigte in Deutschland für Anerkennung und höhere Löhne.

Foto: APA/AP/Michael Probst

Berlin - Die deutschen Gewerkschaften haben die Streiks in den kommunalen Kindergärten und -tagesstätten ("Kitas") am Dienstag ausgeweitet. In ganz Deutschland hätten 25.000 ErzieherInnen, SozialpädagogInnen und SozialarbeiterInnen die Arbeit ruhen lassen, teilten Verdi und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) mit. Erstmals sei auch in den ostdeutschen Bundesländern die Arbeit niedergelegt worden. "Der Streik geht weiter, bis eine Einigung am Verhandlungstisch erzielt wird", sagte Verdi-Chef Frank Bsirske bei einer Kundgebung in Wuppertal. Der Präsident der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA), Thomas Böhle, forderte ein sofortiges Ende der Streiks.

Weitere Schwerpunkte des Arbeitskampfes waren Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Bayern sowie Hamburg. Die Beschäftigten wollten ihrer Forderung nach einem gesonderten Gesundheitsschutz-Tarifvertrag Nachdruck verleihen, sagte ein GEW-Sprecher. 

Hohe Belastung, wenig Geld

Nach Angaben der Gewerkschaften leiden viele Erzieherinnen unter einer dünnen Personaldecke, Rückenschmerzen und hoher Lärmbelastung. Die Gewerkschaften fordern daher, dass die ErzieherInnen das Recht auf die Ermittlung ihrer gesundheitlichen Belastung am Arbeitsplatz und auf die Abschaffung krank machender Bedingungen erhalten.

Am Mittwoch verhandeln die Gewerkschaften in Berlin mit dem VKA. Die Gewerkschaften verlangen für die rund 220.000 Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst mehr Geld und einen Gesundheitsschutz-Tarifvertrag. Die VKA lehnt einen solchen Tarifvertrag jedoch ab und nannte ihn rechtswidrig. Dem widersprach Achim Meerkamp, der im Verdi-Vorstand für Bund, Länder und Gemeinden zuständig ist. Falls die Tarifverhandlungen nicht positiv verlaufen sollten, werde es weitere Streiks geben, sagte Meerkamp. (APA/Reuters)