Washington - Die Aussichten für die US-Wirtschaft sind nach Einschätzung der US-Zentralbank auch weiterhin trübe. Die Arbeitslosigkeit werde dieses Jahr auf bis zu 9,6 Prozent steigen, das Bruttoinlandsprodukt (BIP) bis zu zwei Prozent schrumpfen. Zu diesem Schluss kamen die Zentralbanker bei einem Treffen Ende April. Man habe damit eigene vorherige Prognosen deutlich nach unten korrigiert, teilte die Bank am Mittwoch (Ortszeit) mit. Dagegen hatte Präsident Barack Obama noch Stunden zuvor Zuversicht zu verbreiten versucht.

Die Zentralbanker "erwarten, dass die Anspannungen auf den Kreditmärkten und im Bankensektor nur langsam zurückgehen". Darunter werde das Wachstum auch im Jahr 2010 leiden. Das Wachstum dürfte erst im Jahr 2011 wieder anziehen.

Dagegen meinten Obama und sein Finanzminister Timothy Geithner, ein Ende der schweren Rezession rücke näher. Obama sprach sogar von einer "gewissen Rückkehr zur Normalität". "Wir erwarten, dass es zu einer gewissen Stabilisierung der Wirtschaft kommt", sagte der Präsident. "Der Konjunkturmotor wird wieder laufen", meinte Obama, ohne allerdings einen Zeitrahmen zu nennen. Die Arbeitslosigkeit werde aber noch "einige Zeit" hoch bleiben, räumte er ein.

Geithner sagte, das krisengeschüttelte Finanzsystem sei allmählich auf dem Wege der Erholung. "Es gibt wichtige Anzeichen dafür, dass unser Finanzsystem zu gesunden beginnt", meinte er vor einem Senatsausschuss. Ein schnelles Ende der Krise erwarte er allerdings nicht. "Der Erholungsprozess und die Reparatur des Finanzsystems wird seine Zeit brauchen." Es gebe weiterhin "erhebliche Risiken". Man sei noch am Anfang. (APA/dpa)