Unter den Androgenen, den virilisierenden Sexualhormonen, ist das Testosteron der bedeutendste Männermacher. Es ist für Bartwuchs, die Ausbildung der Geschlechtsmerkmale in der Pubertät, Muskelaufbau, Potenz, Libido verantwortlich. Vor allem aber hat es eine direkte Wirkung auf die Keimzellen. Gesteuert über die Hypophyse, die Hirnanhangdrüse, wird es hauptsächlich in den Leydigschen Zellen im Hoden produziert. Gebunden an das Protein ABP der Sertoli-Zellen (schützende und ernährende Gewebezellen), wird es zu den Samenkanälchen transportiert. Hier bewirkt es die Spermatogenese, die Reifung der Spermien. Von dort gelangen die Spermien in den Samenleiter und in das Ejakulat.

Wie man die hormonelle Anregung der Hodenfunktion erfolgreich und nebenwirkungsarm unterdrückt, damit keine Spermien mehr gebildet werden, wird intensiv erforscht. Der Schwerpunkt liegt auf Injektionen von Testosteron, kombiniert mit Sexualhormonen wie Gestagenen (Gelbkörperhormone). Wirksamkeit: 100 Prozent.

Bei der Vasektomie, der chirurgischen Sterilisation des Mannes, werden die Samenleiter durchtrennt, Spermien gelangen nicht mehr ins Ejakulat. Auf den Samenerguss hat das keinen spürbaren Einfluss, da das Ejakulat zu 95 Prozent aus Prostataflüssigkeit und nur zu fünf Prozent aus Samenflüssigkeit besteht. Gängige Operationsart ist die "No Scalpel Vasectomy", bei der mit einer spitzen Klemme eine kleine Hautöffnung gemacht wird. Die Operation ist nur bedingt reversibel. (jub, DER STANDARD, Printausgabe, 25.5.2009)