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Gemälde von Caravaggio: "David und Goliath"

Foto: EPA/ CIRO FUSCO

Wien - Vor der 74. Auflage des ÖFB-Cups sind die Rollen verteilt. Die Wiener Austria geht als Titelträger und Rekordsieger als großer Favorit ins Endspiel gegen die Admira am Sonntag (16.30 Uhr/live ORF 1). Im Mattersburger Pappelstadion peilen die Violetten ihren 27. Titel im Bewerb an, mit dem vierten Sieg en suite - 2008 fiel der Cup der EURO zum Opfer - würden die Favoritner einen neuen Rekord aufstellen. Die Admira vertraut als David im Duell mit dem Goliath aber auf ihre Außenseiterchance.

"Wenn wir zehnmal gegeneinander spielen, gewinnen wir wahrscheinlich nur einmal", umriss Admira-Coach Walter Schachner die Ausgangslage. Trotzdem vertraut der sechsfache Cup-Sieger auf genau diese Chance. "Es ist nur ein Spiel und es kommt sehr auf die Tagesform an. Es kann viel passieren." Im Team der Südstädter, die bereits seit 1966 auf ihre siebente Trophäe warten, sei jedenfalls bereits die richtige Cup-Stimmung eingekehrt.

Schachner spürt ein "gewisses Kribbeln"

"Auch bei mir gibt es ein gewisses Kribbeln. Wir sind Außenseiter, viele halten zu uns. Das ist ein tolles Gefühl", berichtete Schachner, der den FC Kärnten 2001 als bisher letzten Zweitligisten zu einem Cup-Titel geführt hatte, am Freitag. Torhüter Thomas Mandl kehrte nach seiner Hüftverletzung ins Training zurück, ob der Ex-Austrianer am Sonntag aber spielen wird können, ist aber weiter fraglich. Fix ausfallen wird Innenverteidiger Dibon.

Viel wird für die Admira darauf ankommen, mit welchen Gesicht sich die Austria präsentiert. "Die Austria ist eine launische Mannschaft, die sehr gute Individualisten hat", sagte Schachner, die die Violetten beim 0:4 gegen den LASK beobachtete. "Acimovic, Bazina und Okotie sind sehr, sehr gute Spieler. Wenn sie aber nicht gut drauf sind, dann wird es für die Austria schwer." Bei den erstmals seit 1996 im Finale stehenden Niederösterreichern sei die Mannschaft der Star: "Wir leben vom Kollektiv."

Kollektiv schwach war bei der Generalprobe für das Cup-Endspiel hingegen die Austria. Mit dem Auftritt in Linz verschafften sich die Wiener im Rennen um den anvisierten Europacup-Startplatz selbst mehr Druck. Die Favoritenrolle hatte der Rekordcupsieger schon zuvor bereitwillig angenommen. "Da bleibt uns nichts übrig", hatte Coach Karl Daxbacher gemeint. Ein ähnlich lustloser Auftritt wie in Oberösterreich sollte von der Austria jedenfalls nicht zu erwarten sein.

"Gewinnen und dann nach Hause fahren"

"Die Mannschaft brauche ich nicht zu motivieren. Wer im Cup-Finale nicht voll bei der Sache ist, ist fehl am Platz", erklärte Daxbacher, der mit seinem Gegenüber Schachner 1980 mit der Austria den Cup geholt hatte. Austria-Kapitän Jocelyn Blanchard warnte ebenfalls davor, das Spiel auf die leichte Schulter zu nehmen. "Für uns muss es komplett egal sein, ob wir gegen einen Erst- oder Zweitligisten spielen. Ich will gewinnen und dann nach Hause fahren", meinte der Franzose, der sein vorletztes Spiel für die Wiener bestreitet.

Schwerwiegen könnte für die Austria der Ausfall von Torhüter Szabolcs Safar, der sich in Linz bereits nach wenigen Minuten eine Muskelverletzung im rechten Oberschenkel zuzog. Damit wird Robert Almer, der das Pappelstadion aus seiner Zeit bei Mattersburg kennt, zwischen den Pfosten stehen. Joachim Standfest könnte nach seinem Muskelfaserriss hingegen ein Comeback auf der rechten Außenbahn hingegen geben, der Verteidiger stieg zuletzt wieder ins Training ein.

Finanziell dürfte sich der Final-Einzug für beide Teams gelohnt haben. Jeweils 136.100 Euro wurden an die beiden Clubs bis ins Endspiel, das auch der ÖFB-Trainerstab um Teamchef Dietmar Constantini beobachten wird, ausgeschüttet. Die Kulisse in Mattersburg - der Spielort wurde von ÖFB aufgrund der Nähe der beiden Teilnehmer gewählt - dürfte annähernd voll werden. Bis Freitagmittag waren 8.200 der rund 12.000 Karten verkauft. (APA)