Bild nicht mehr verfügbar.

An verborgenen Stellen findet man Edelweiß.

Grafik: DER STANDARD

Es gibt viele Gründe, auf die Tonion zu steigen. Am häufigsten wird die markante Erhebung im Mariazeller Land von Bewunderern einer einmaligen alpinen Flora aufgesucht, denn auf den Matten in den Kalkfelsen grünt es, dass einem das Herz im Leibe lacht. An verborgenen Stellen streckt sogar das seltene Edelweiß seine samtig-hellen Scheinblüten der Sonne entgegen.

Seit den 1920er-Jahren lockt der Berg auch die Höhlenforscher an. Der Fledermausschacht - auch als Tonionschacht bzw. in der Bundesamtskarte als Riesenschacht bezeichnet - nahe der Herrenbodenalm galt lange als die tiefste Höhle der Welt; mittlerweile ist er vermessen, sein tiefster Punkt liegt 523 m unterm Eingang, bei einer Ganglänge von 1184 m. In einigen der Höhlen, die nur von Experten zu befahren sind, fand man Spuren des Steinzeitmenschen, die eine frühe Besiedlung beweisen.

Nicht zuletzt ist die Tonion beliebtes Ziel der "Fernseher", welche die herrliche Rundsicht vom Gipfel zu schätzen wissen. In der Runde liegen Schneeberg, Rax, Schneealpe, Gippel, Göller und Ötscher, Veitsch, Hochschwab und Zeller Staritzen sowie etliche Erhebungen der Voralpen.

Am häufigsten wird die Tonion von Fallenstein aus bestiegen. Fährt man durch den Falbersbachgraben bis zum Parkplatz Schöneben, reduziert sich der Höhenunterschied, dennoch bleibt die Tour anstrengend. Beim Aufstieg zum Herrenboden wandert man auf einem Pilgerweg. Im Sattel steht ein von Günther Domenig geschaffenes modernes Kreuz mit der Aufschrift: "Freude dem, der kommt. Friede dem, der hier verweilt. Segen dem, der weiterzieht."

Bei unsicherem Wetter ist von der Bergwanderung abzuraten.

Die Route: Vom Parkplatz Schöneben - erreichbar von Fallenstein bei Gußwerk - steigt man auf der roten Markierung in 1½ Stunden zur Paulinenquelle und zum Herrenboden auf. Dort hält man sich rechts und gelangt in weiteren 1½ Stunden über das Hochschnabeltörl auf den Gipfel der Tonion.

Auf derselben Route geht es zurück zum Herrenboden und geradeaus weiter hinab zum Buchalpenkreuz und zur Dürrieglalm. Gehzeit ab Tonion 2¼ Stunden. Auf dem Güterweg kehrt man über die Falbersbachalm zum Ausgangspunkt Schöneben zurück. Gehzeit ab Dürrieglalm etwa eine Dreiviertelstunde. (Bernd Orfer/DER STANDARD/Printausgabe/23./24.5.2009)