Graz - Zwei Steirer haben in der Obersteiermark menschliche Skelettteile entdeckt und die Polizei verständigt. Es dürfte sich dabei um die sterblichen Überreste eines Soldaten aus dem Jahr 1809 handeln. Im Bereich Madstein-Brunn (Bezirk Leoben) hatte damals ein heftiges Gefecht zwischen Franzosen und Österreichern stattgefunden. Der Fund war bereits am 15. Mai erfolgt, wurde aber erst jetzt gemeldet.

Freitag früh hatte ein 55-jähriger Angestellter des Bundesheeres der Polizeiinspektion St. Michael in Obersteiermark mitgeteilt, dass ein 23-jähriger Techniker vor zehn Tagen auf dem ehemaligen Schlachtfeld der Schlacht im Ortsteil Brunn den Teil eines Schädelknochens, Oberkiefer, Zähne, Rippen und Wirbelknochen gefunden habe. Da die Vermutung bestand, dass es sich dabei um die sterblichen Überreste eines gefallenen Soldaten handeln könnte, wurde die Fundstelle von einem Archäologen besichtigt.

Nach dessen Auskunft handelt es sich beim Fund um ein neuzeitliches Skelett, welches mit hoher Wahrscheinlichkeit mit der Schlacht von 1809 in Verbindung gebracht werden könne. In einem zeitgenössischen Bericht des Ortspfarrers hieß damals über das für die Österreicher verlorene Gefecht: "496 Franzosen verwundet, die Kaiserlichen bei 200; 70 Tote wurden auf dem Schlachtfelde beerdiget und viele in die Mur geworfen". (APA)