London - Journalisten eines britischen Boulevard-Blatts haben im Buckingham-Palast der Queen peinliche Sicherheitslücken aufgedeckt. Gegen ein Schmiergeld von 1.000 Pfund (1.135 Euro) habe ein Chauffeur von Königin Elizabeth II. einen Journalisten, der sich mit einem Kollegen als reicher Geschäftsmann aus dem Nahen Osten ausgab, im Bentley der Queen Platz nehmen lassen, berichtete die Zeitung "News of the World" am Sonntag. In der Edelkarosse fährt die Königin üblicherweise zu offiziellen Veranstaltungen.

Eine Sprecherin von Buckingham Palace erklärte dazu: "Jegliche Sicherheitsangelegenheiten werden sehr ernst genommen und wir werden diese Anschuldigungen prüfen." Ob Elizabeth II. und ihr Mann Prinz Philip sich zum Zeitpunkt des Vorfalls im Buckingham-Palast aufhielten, wurde nicht mitgeteilt. Auch die Polizei zeigte sich besorgt. Scotland Yard habe daher mit Palastmitarbeitern Kontakt aufgenommen, um die Sicherheitsbestimmungen zu überprüfen, hieß es in einer Erklärung.

Es ist nicht das erste Mal, dass Sicherheitsmängel im Heim der Royals aufgedeckt werden. 2003 gelang es einem Journalisten der Zeitung "Daily Mirror", mit gefälschten Bewerbungsunterlagen eine Stellung als Diener im Buckingham-Palast zu bekommen. Als solcher hatte er Zutritt zum Frühstückstisch der Queen sowie in den Schlafraum, in dem der damalige US-Präsident George W. Bush und seine Gattin Laura bei einem bevorstehenden Besuch untergebracht werden sollten. 2004 berichteten zwei Journalisten des Boulevard-Blatts "Sun", sie hätten eine Bombenattrappe in den Windsor-Palast, die Lieblingsbleibe der Königin westlich von London, geschmuggelt. Wenige Tage später sollte dort die Hochzeit von Prinz Charles und Camilla stattfinden. (APA/AFP)