Wien - Der deutsche Arbeitgeber-Chef, Dieter Hundt, plädiert in der morgen, Montag, erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" für "nüchterne und sachliche Verhandlungen" über eine Änderung des österreichischen Bankgeheimnisses: "Es gab Vorgänge rund um deutsche Staatsbürger und Geldanlagen auch in Österreich, die zumindest Anlass geben, sich das Ganze genauer zu betrachten", meint der Präsident der "Bundesvereinigung deutscher Arbeitgeber" (BDA). Dass das Bankgeheimnis auf österreichische Staatsbürger beschränkt wurde, sei ein "Schritt in die richtige Richtung".

Hundt lehnt - mit Ausnahme des Banksektors - staatliche Beteiligungen an von der Krise betroffene Unternehmen, wie etwa am deutschen Autokonzern Opel, ab. "Dies wäre der Anfang einer Wettbewerbsverzerrung und eines Überbietungswettbewerbs, den wir nicht bestehen könnten."

Energisch wehrt sich Hundt im "profil"-Interview gegen die Einführung von Vermögensteuern. "Für mich ist das nichts anderes als ein Schüren der Neidreflexe, was zur Überwindung der Krise nicht hilft. In Deutschland fordert die SPD eine höhere Besteuerung der sogenannten Reichen. Dabei bezahlen in Deutschland 10 Prozent der oberen Einkommensbezieher bereits über 50 Prozent des Einkommensteueraufkommens." Er hoffe, dass Bundeskanzler Werner Faymann mit seiner Ablehnung der Vermögensteuern zum "Vorbild für die SPD" wird. (APA)