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Keine Wahl ohne dazu gehörige Wahlzuckerln...

Foto: APA

Wien - Kein Wahlkampf ohne Wahlgeschenke - neben den obligatorischen Feuerzeugen und Kugelschreibern haben sich die kreativen Köpfe der Parteien anlässlich der bevorstehenden EU-Wahl auch einige Besonderheiten ausgedacht. So wirbt das BZÖ mit Duschgel für mehr Sauberkeit, und die ÖVP will den Österreichern mit einem Rezeptheft die Vorteile der EU schmackhaft machen. Die Freiheitlichen teilen Teddybären zum Kuscheln und die Grünen Blumensamen zum Einsetzen aus. Hans-Peter Martin will mit Glühbirnen erreichen, dass dem Wähler ein Licht aufgeht. Auf die Klassiker wie Zuckerl und Co. setzt hingegen die SPÖ. Zu den Kosten der Give-aways will sich freilich niemand so genau äußern.

Eher konservativ gehalten sind die Give-aways der SPÖ - hier werden lediglich Kugelschreiber, Feuerzeuge, Zuckerl, Buttons, USB-Sticks und Infofolder ausgeteilt. Über die Kosten habe man "keinen Überblick", da die Bundesländer Einzelbestellungen tätigen würden, teilte die Parteizentrale auf Anfrage der APA mit.

Rezeptheft,

Lust auf die Vorzüge Europas abseits der Politik versucht die Volkspartei mit einem Rezeptheft zu wecken, das ein typisches Gericht aus jedem EU-Mitgliedsstaat bietet. Weil Europa immer wichtiger werde, wolle man den Menschen die EU auch auf diese Weise näher bringen, heißt es aus der ÖVP-Zentrale. Zum "Mitspielen" in Europa soll ein Wasserball animieren, außerdem gibt es Kugelschreiber, Luftballons, Broschüren und gelbe Gummisterne zum Naschen. Dafür wird "ein Teil des Gesamtbudgets von 3,5 Millionen Euro" ausgegeben.

Hans-Peter Martin gibt sich in punkto Wahlkampfgeschenke innovativ und verzichtet auf Kugelschreiber und Feuerzeuge. Stattdessen will er mit 75-Watt-Glühbirnen, "die ja vom Aussterben bedroht sind", erreichen, dass den Wählern ein Licht aufgeht. Nach eigenen Angaben hat er davon schon "mehrere tausend Stück" verteilt. Auch sein neues Buch "Die Europafalle", das er verschenkt, fand mit "mehreren hundert" Ausgaben schon Abnehmer. Jene Behauptungen über angebliche gewagte Aktienspekulationen von Ex-Kanzler Alfred Gusenbauer (S), die derzeit Thema eines Rechtsstreits sind, wurden elegant entfernt - nach Seite 54 geht das Buch erst ab Seite 57 weiter.

Sonnenblumensamen,

Auf "garantiert gentechnikfreie" Sonnenblumensamen setzen die Grünen, um die Wähler zu überzeugen. Im Parteishop "Grünzeux" sind außerdem "Eurovision"-T-Shirts erhältlich. Auch Bleistifte, Luftballons, Buttons, Sticker und grüne Europa-Fahnen aus Stoff oder Papier werden laut der Partei verteilt. Über die Kosten hält man sich hier ebenfalls bedeckt.

HC-Bären und ...

Kuschelig geht es bei den Freiheitlichen zu: Neben einem blauäugigen HC-Bären darf sich der Wähler über eine Autogrammkarte von Parteichef Heinz-Christian Strache inklusive Herzchen freuen. Autogrammkarten gibt es auch von Spitzenkandidat Andreas Mölzer (F). Von der öffentlichen Diskussion um die Slogans und Inserate der Partei lässt man sich offenbar nicht beirren, findet sich doch in einem Infofolder noch einmal der Hinweis, dass die FPÖ gegen den EU-Beitritt der Türkei ist und ÖVP-Spitzenkandidat Ernst Strasser "dazu noch Israel in die EU holen" wolle. Abgerundet wird das Angebot durch Kugelschreiber und Feuerzeuge. Etwa 20 Prozent des Wahlkampfbudgets von einer Million Euro werden für solch kleine Aufmerksamkeiten ausgegeben.

Glückskekse

"Der absolute Renner" beim BZÖ sind Glückskekse, die Botschaften über den orangen Spitzenkandidaten Ewald Stadler enthalten, erklärt Wahlkampfleiter Stefan Petzner. Und weil es "im Sommer heiß ist" und man Give-aways "mit praktischem Nutzen" verschenken will, gibt es obendrein Duschgels "für mehr Sauberkeit". Die Botschaft ist allerdings nicht gegen die Wähler gerichtet, sondern soll vermitteln, dass Stadler in Brüssel für mehr Sauberkeit sorgen würde, betont man beim BZÖ. Was die Wahlkampfgeschenke inklusive Kugelschreiber, Feuerzeuge und Broschüren kosten, will auch Petzner nicht verraten, denn die "anderen Parteien sagen da immer die Unwahrheit". (APA)