Rangun/Hanoi - Burma hat die Forderung der Südostasiatischen Staatengemeinschaft (ASEAN) nach Freilassung der Vorsitzenden der Nationalen Liga für Demokratie (NLD), Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi, zurückgewiesen. Die diesbezügliche Erklärung des thailändischen ASEAN-Vorsitzes verstoße gegen die übliche Vorgehensweise und sei inhaltlich falsch, erklärte am Montag die Regierung in Rangun. Burma war 1997 als zehntes Mitglied in die ASEAN aufgenommen worden. In der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi findet derzeit ein europäisch-asiatisches Ministertreffen statt.

Die anderen neun ASEAN-Mitglieder sind Thailand, Indonesien, Malaysia, Philippinen, Singapur, Brunei, Vietnam, Laos und Kambodscha. Der Konflikt um die Gestaltung der Beziehungen zur burmesischen Militärdiktatur belastet seit Jahren das Verhältnis der ASEAN zu den USA und zur Europäischen Union.

Nach einem Treffen mit dem burmesischen Außenminister Nyan Win in Hanoi erneuerte der tschechische Außenminister Jan Kohout am Montag namens des EU-Ratsvorsitzes die Forderung nach einer sofortigen Freilassung Suu Kyis. Kohout forderte die burmesische Militärjunta zudem auf, den politischen Dialog mit der Demokratiebewegung wieder aufzunehmen. Er habe jedoch kein "positives Gefühl", sagte Kohout anschließend.

China unterhält enge Wirtschaftsbeziehungen zu seinem rohstoffreichen Nachbarn und gilt als enger Verbündeter der burmesischen Junta. Als Vetomacht im Weltsicherheitsrat hat Peking eine Verurteilung der schweren Menschenrechtsverstöße in Burma stets verhindert.

ASEAN-Treffen

In der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi hat am Montag das neunte Asien-Europa-Treffen (ASEM) begonnen. An der Veranstaltung nehmen Delegationen aus 45 asiatischen und europäischen Ländern teil. Dabei sollen gemeinsame Maßnahmen im Kampf gegen die Folgen der Wirtschaftskrise beraten werden.

Auch das kommunistische Nordkorea, das nach eigenen Angaben am Montag einen zweiten unterirdischen Atomtest ausführte, nimmt an dem Treffen teil, wie es in Hanoi hieß. Die Delegation aus Pjöngjang habe sich am Morgen separat mit den Vertretern aus Südkorea und China getroffen (APA/dpa/AFP)