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Gewagt: Nadal in Neon.

Foto: Getty/Stockman

Paris - Jürgen Melzer hat am Montag ein totales "Blackout" der Österreicher nach bisher zwei Tagen bei den French Open in Paris verhindert: Der 28-jährige Niederösterreicher, in Paris als Nummer 24 gesetzt, rang am Abend den Argentinier Sergio Roitman nach 2:17 Stunden mit 6:4,7:6(4),6:0 nieder und steht damit als Erster von sieben angetretenen ÖTV-Spielern in der zweiten Runde. Melzer trifft voraussichtlich am Mittwoch auf den 18-jährigen Franzosen Guillaume Rufin.

Zuvor waren nach Tamira Paszek (1:6, 3:6 gegen Gisela Dulko) am Sonntag sowie Stefan Koubek (2:6, 1:6, 4:6 gegen Nikolaj Dawidenko), Daniel Köllerer (3:6, 4:6, 6:1, 6:2, 3:6 gegen Nicolas Massu), Yvonne Meusburger (1:6, 2:6 gegen Lucie Hradecka) und zuletzt auch Patricia Mayr (1:6, 1:6 gegen Maria Koritzewa) fünf Österreicher en suite ausgeschieden. Mayr hatte gegen Marija Koryttsewa beim 1:6,1:6 in nur 74 Minuten nicht den Funken einer Chance. Nur noch Sybille Bammer hat am Dienstag (11.00 Uhr) gegen Nathalie Dechy (FRA), die Chance es Melzer gleich zu tun.

Rafael Nadal hat sein Unternehmen "Fünfter Paris-Titel" en suite standesgemäß begonnen: Mit einem 7:5,6:4,6:3 gegen den Brasilianer Marcos Daniel feierte der vierfache Roland-Garros-Champion aus Spanien seinen 29. Erfolg in Serie am Bois de Boulogne und bleibt bei den French Open unbesiegt. Auch Roger Federer entledigte sich nach kleinen Startschwierigkeiten seines Erstrundengegners Alberto Martin (ESP) mit 6:4,6:3,6:2.

"Ich kann sicher noch viel, viel besser spielen als heute, aber es gibt mir Vertrauen, dass mein Aufschlag schon jetzt so gut war", resümierte Madrid-Sieger Federer zufrieden. Neben dieser alten Waffe überraschte Federer auch mit einer neuen: Mehr als ein halbes Dutzend Punkte erspielte er sich mit exzellenten Stoppbällen. Schon in Madrid hatte Federer diese öfters eingesetzt. "Ich hatte früher gedacht, Stopps spiele man nur, wenn man in Panik sei. Jetzt habe ich gesehen, dass man sie auch zu seinem Vorteil nutzen kann", meinte Federer grinsend.

Nadal überzeugte auf dem Platz, doch sein Outfit - in pinkfarbenem Shirt und knallgelbem Stirn- und Schweißband - sorgte fast für mehr Aufsehen. "Das ist doch besser, als wenn ich mich jede Woche gleich anziehe, oder?", sagte Nadal. "Ich bin hier in den vergangenen vier Jahren nie mit meinem besten Tennis gestartet. Aber ich habe in drei Sätzen gewonnen, das ist das Wichtigste."

Im Express-Tempo, exakt in 61 Minuten, machte die Weltranglisten-Erste Dinara Safina mit einem 6:0,6:0 gegen Anne Keothavong aus Großbritannien den Zweitrunden-Einzug perfekt. Die Britin erdreistete sich danach sogar, Safina zu sagen, sie hätte ihr doch wenigstens ein Game lassen können. Wimbledon-Siegerin Venus Williams hatte da schon etwas mehr Mühe und setzte sich schließlich 6:1,4:6,6:2 gegen Bethanie Mattek-Sands (beide USA) durch.

Die ehemalige Weltranglisten-Erste Maria Scharapowa feierte ein erfolgreiches Grand-Slam-Comeback, musste aber einen Satz abgeben. Die 22-jährige Russin gewann gegen die Weißrussin Anastasia Jakimowa mit 3:6,6:1,6:2. Die dreimalige Major-Siegerin trifft nun auf ihre Landsfrau Nadja Petrowa. Scharapowa war in der vergangenen Woche in Warschau nach knapp zehnmonatiger Verletzungspause auf die WTA-Tour zurückgekehrt. Die US Open 2008 und die Australian Open 2009 hatte sie verpasst.

Einzige Überraschung war das Aus der Nummer 14 des Damen-Turniers, Flavia Pennetta, die gegen Alexa Glatch (USA) nur zwei Games machte. (APA)