Wien - Die Einrichtung einer "Flaggschifforganisation" forderte der Wiener Physiker Anton Zeilinger 2002, doch die Schiffstaufe gestaltete sich nicht so einfach. Von Beginn an haftete dem Institute of Science and Technology (IST) Austria mit "Elite-Uni" ein Vulgo-Namen an, der nur langsam aus den Köpfen verschwindet. Dabei ist er doppelt falsch - ist das IST doch keine Uni, und Elite lässt sich nicht per Briefpapier und Türschild verordnen.

Doch der Begriff "Elite-Uni" war nicht nur eine Erfindung der Medien: Zeilinger selbst nannte das Projekt "University of Excellence". Und der Auftrag von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel an Bildungsministerin Elisabeth Gehrer lautete "Wir wollen eine Elite-Einrichtung in Österreich."

Arbeitsgruppe

Auch eine vom Wissenschaftsministerium eingerichtete Arbeitsgruppe bereitete eine "Spitzenuniversität" vor, die ab 2005 dann "Austrian Institute of Science and Technology" (AIST) bzw. "Austrian Institute of Advanced Science and Technology" (AIAST) bezeichnet wurde. Angesichts solch sperriger Titel war es kein Wunder, dass man sich im Ministerium auf die Suche nach einem Namenspatron machte. Im Philosophen Ludwig Wittgenstein glaubte man ihn gefunden zu haben, was den Vorteil gehabt hätte, dass die Abkürzung des "Wittgenstein Institute of Technology" (WIT) gleich an eines der Vorbilder - das Massachusetts Institute of Technology (MIT) - erinnert hätte.

Doch die Rechnung wurde ohne den Wirt gemacht, die Bezeichnung stieß auf den Widerstand der Nachkommen des Philosophen. Die Idee wurde daraufhin fallengelassen, man einigte sich auf den neutralen Namen "Institute of Science and Technology Austria" (IST Austria). (APA)