Schaffhausen - Der auch in Österreich tätige Schweizer Industriekonzern Georg Fischer (GF) will mit einem drastischen Jobabbau und Gehaltskürzungen durch die Krise kommen. Insgesamt 2.300 der Ende 2008 weltweit noch rund 14.000 Stellen sollen gestrichen werden, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Schaffhausen mit.

In den ersten vier Monaten 2009 seien bereits 990 Jobs abgebaut worden. 850 Beschäftigte müssten mit Kündigungen rechnen. Die Verringerung der Mitarbeiterzahl treffe zu einem Viertel die Schweiz. Gegenwärtig arbeiteten wegen des deutlichen Auftragsrückgangs 5.500 der verbliebenen noch rund 13.000 Angestellten kurz.

Gleichzeitig werden die Grundgehälter von 250 Führungskräften vorübergehend um 10 Prozent und die von Konzernchef Yves Serra um 20 Prozent gekürzt, wie GF weiter ankündigte. Die Absenkung der Bezüge und die Verkleinerung der Belegschaft sind Teile einer Rosskur, die bis 2012 jährlich eine Kostenentlastung von 350 Millionen Franken (rund 230 Mio. Euro) bringen soll.

Der Konzern, der hauptsächlich in den Bereichen Gussteile für die Autoindustrie, Rohrleitungssysteme und Werkzeugmaschinen aktiv ist, hat im ersten Quartal einen operativen Verlust von 46 Millionen Franken verzeichnet. Der Umsatz ist im Vergleich zu den ersten drei Monaten 2008 um 38 Prozent eingebrochen, in der Sparte Autozulieferung sogar um 47 Prozent. Zum GF-Geschäftsfeld Auto gehören unter anderem zwei große Gießereien in Singen (Kreis Konstanz) mit 1.150 Mitarbeitern und Mettmann (Nordrhein-Westfalen) mit 1.050 Beschäftigten. Insgesamt hat der Konzern in Deutschland rund 4.000 Mitarbeiter.

Mit dem Sparprogramm will Georg Fischer 2010 operativ in die schwarzen Zahlen zurückkehren. Bereits 2008 war der Gewinn auf 69 Millionen Franken geschrumpft. Der Umsatz stagnierte bei 4,5 Milliarden Franken.

Von der Nachfrageschwäche sind auch die GF-Standorte in Österreich betroffen. Den Mitarbeitern der Automotive-Werke in Herzogenburg (Niederösterreich) sowie in Altenmarkt und Gleisdorf (Steiermark) waren bereits verlängerte Weihnachtsferien angeordnet worden. Außerdem wurden Leiharbeiter abgebaut und Überstunden reduziert. GF Automotive beschäftigt in Österreich rund 2.000 Mitarbeiter. Etwa 1.300 Personen arbeiten in Herzogenburg, rund 550 in Altenmarkt und etwa 220 in Gleisdorf. (APA/dpa)