Laut der OECD-Publikation "Taxing Wages" steigt in Österreich seit vier Jahren in Folge die Abgabenlast besonders für Gering- und Durchschnittsverdiener an. Auch ist die Abgabenlast für alle betrachteten Haushaltstypen 2008 höher als 2000 und übersteigt durchwegs den OECD-Schnitt.

In diesen Berechnungen ist die Steuerreform 2009 noch nicht enthalten, die sämtliche Einkommensgruppen entlastet. Allerdings senken krisenbedingt auch andere OECD-Länder die Abgaben. Daher dürfte sich die relative Position Österreichs kaum verbessern. Die Steuerreform entlastet auch die etwa vierzig Prozent der Steuerpflichtigen, die aufgrund eines zu niedrigen Arbeitseinkommens keine Lohnsteuer zahlen, nicht.

Es zeigt sich auch, dass die Abgabenbelastung insgesamt nicht progressiv verläuft. Bei den unteren Einkommen greifen ein hoher Eingangssteuersatz und hohe Sozialbeiträge; für die oberen Einkommen sind dagegen die Sozialbeiträge mit der Höchstbeitragsgrundlage gedeckelt. Österreich ist somit de facto ein Flat-Tax-Land.

Diese Ergebnisse untermauern einmal mehr, dass die Arbeitseinkommen weiter zu entlasten sind - und zwar auch von Sozialbeiträgen, um die starken Belastungsanstiege auch der unteren Einkommen wieder rückgängig zu machen. Mittelfristig wäre dazu der von der Kammer der Wirtschaftstreuhänder 2008 vorgestellte integrierte Einkommensteuer- und Sozialbeitragstarif erwägenswert. (DER STANDARD, Printausgabe, 30./31.5.2009)