Mexiko-Stadt - In Mexiko sind seit Dezember 2006 nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft fast 600 teils hochrangige Amtsträger wegen des Verdachts auf Verbindungen zur organisierten Kriminalität festgenommen worden. Seit dem Amtsantritt von Präsident Felipe Calderon seien nach entsprechenden Ermittlungen 573 Regierungsvertreter aus allen drei Regierungsebenen festgenommen worden, sagte Generalstaatsanwalt Eduardo Medina Mora am Freitag (Ortszeit). Die meisten stünden im Verdacht, mit Drogenkartellen zusammengearbeitet zu haben.

Mehr als die Hälfte der Verdächtigen waren den Angaben zufolge politische Verantwortliche auf Gemeindeebene. Hinzu kämen 155 Mitarbeiter in den Regierungen der Bundesstaaten und 45 Vertreter der Bundesregierung, erklärte der Generalstaatsanwalt. Unklar war zunächst, wie viele Verdächtige verurteilt wurden.

Erst am Dienstag hatten Polizei und Armee im mexikanischen Bundesstaat Michoacán in einer großangelegten Aktion 27 Staatsbeamte wegen möglicher Verbindungen zum organisierten Verbrechen festgenommen worden. Unter ihnen zehn Bürgermeister, ein Richter, zwei Polizisten sowie 14 ranghohe Bundes- und Regionalbeamte aus Michoacán. Der Bundesstaat ist Schauplatz des blutigen Drogenkrieges, in dem mexikanische Drogenkartelle um die Vorherrschaft im Drogenhandel kämpfen. (APA)