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FLYP experimentiert mit einer neuen Form des Magazin-Journalismus.

Foto: Archiv

Die US-Zeitschriften- und Magazinbranche ist angesichts der derzeitigen wirtschaftlichen Krisenstimmung verstärkt auf der Suche nach neuen Wegen, um die eigene Zukunft sichern zu können. Im Zentrum der Bemühungen steht dabei zumeist der eigene Webauftritt, der durch die Ausreizung neuer technischer Möglichkeiten wieder mehr Leser für die eigenen Inhalte begeistern soll.

Multimediaerfahrung

Wie weit die Branche in dieser Hinsicht bereit ist zu gehen, zeigt das Beispiel des New Yorker Medienprojekts FLYP. "Wir nutzen eine innovative Palette von Online- und Web-2.0-Tools, um unserer Leserschaft eine fesselnde und bereichernde Multimediaerfahrung bieten zu können", heißt es auf der entsprechenden Homepage. FLYP sei ein multimediales Online-Magazin, das die Möglichkeiten des Internets ausschöpfen möchte, um den Journalismus zu revolutionieren.

Grundkonzept des Online-Magazins

"Wir sind Geschichtenerzähler, die Video, Text, Design, Interaktivität, Animation und andere Werkzeuge nutzen, um über die Kräfte zu berichten, die Amerika im 21. Jahrhundert bestimmen", fasst FLYP-Chef Alan Stoga das Grundkonzept des Online-Magazins in einem Interview mit dem Weblog "lab", einem Gemeinschaftsblog von freien und festen Redakteuren der Deutschen Welle, zusammen. Mit einem kleinen Kernteam von rund einem Dutzend Personen produziere man ein zweiwöchiges Magazin mit Themen wie Politik, Wissenschaft, Kunst oder Musik, das mit "Breaking News" oder "dem täglichen Geplapper in der Blogoshphäre" nichts zu tun habe. Weitaus wichtiger als Tagesaktualität sei hingegen die kreative Kombination der verschiedenen Multimediaelemente. Auf diese Weise widersetze sich FLYP der Kurzlebigkeitstendenz des Online-Journalismus und erziele eine dynamischere Lesererfahrung.

Klassische Magazinleser

"Unsere Geschichten sollen nicht einfach nur gelesen, sondern erlebt werden", so das Motto der Seitenbetreiber. "Flyp ist ein Internetmagazin, das sich offensichtlich vor allem an die klassische Magazinleserschaft richtet. Die Macher setzen auf ein Konzept, das sich als innovativ präsentiert, wenn es auch nicht gerade revolutionär ist", stellt Eva Werner, stellvertretende Pressesprecherin des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV). Begrüßenswert sei, dass man den Eindruck bekomme, dass es einen hohen Qualitätsstandard gäbe. "Die Macher haben den Anspruch, den Lesern gut recherchierte Geschichten zu präsentieren. Sie setzen auf Qualität. Dies ist gerade im Internet zu begrüßen", meint Werner.

Multimedia-Journalisten

"Das Internet ermöglicht einen starken, engagierten und machtvollen Journalismus. Genau das wollen wir bei FLYP erreichen", stellt Stoga im "lab"-Interview klar. Hierfür sei aber auch eine neue Form von Multimedia-Journalisten von Nöten, die über entsprechende technische Fähigkeiten verfügen müssten. So sollten sie etwa eine Videokamera oder das Schnittprogramm Final Cut bedienen können. "Wir haben festgestellt, dass sich klassische Printjournalisten oft schwer damit tun, ihre Geschichten anders als über bloßen Text zu erzählen. Die Kernkompetenzen für guten Journalismus bleiben aber für alle gleich und sind unabhängig vom Medium", so Stoga abschließend.(pte)