Wien - Der erste Boulder-Weltcup auf Wiener Boden ist am Samstag für die österreichischen Sportkletterer mit zwei Podestplätzen zu Ende gegangen. Weltmeisterin Anna Stöhr wurde in der Outdoor-Boulderarena der Kletterhalle Wien Donaustadt vor über 1.000 Zuschauern ebenso Dritte wie Boulder-Weltcupsieger Kilian Fischhuber. Die Beiden sind damit weiter im Geschäft um den neuerlichen Gewinn der Weltcup-Disziplinwertung. Die Tagessiege gingen an Alexandra Balakirewa und Rustam Gelmanow aus Russland.

Die 21-jährige Tirolerin Stöhr hatte in der Vorschlussrunde als Einzige des 20er-Feldes alle vier Routen gemeistert. Im Finale musste sie allerdings Balakirewa und der zweifachen Saisonsiegerin Akiyo Noguchi aus Japan den Vortritt lassen. "Ein Stockerplatz ist immer schön. Ich habe vielleicht ein wenig zu viel an den Gesamtweltcup gedacht und bin zu wenig locker gewesen", meinte Stöhr im Anschluss zur APA - Austria Presse Agentur. Fischhuber war als Fünfter ins Finale eingezogen, dort erwiesen sich der überragende Gelmanow und der Kanadier Sean McColl allerdings als zu stark. "Zum Zweitplatzierten war es knapp, aber der Sieg war heute nicht drinnen", gestand Fischhuber.

Das Duo Fischhuber und Stöhr, das auch privat ein Paar ist, hatte Anfang Mai in Hall für Heimsiege gesorgt. "Der Sieg in Wien muss eben bis zum nächsten Jahr warten", meinte Stöhr. Der 25-jährige Niederösterreicher Fischhuber, der die Boulder-Gesamtwertung bereits dreimal gewonnen hat, musste die Weltcupführung an Sieger Gelmanow abgeben. Stöhr ist hinter Noguchi weiter Gesamtzweite. Es stehen noch zwei Saisonbewerbe aus, der nächste geht bereits in einer Woche in Vail (US-Bundesstaat Colorado) in Szene.

Gesamt-Weltcupsieger David Lama und Vorstiegs-Weltcupsiegerin Johanna Ernst waren im Halbfinale gescheitert. Die beiden Youngsters konzentrieren sich im heurigen Jahr auf die Vorstieg-Bewerbe und haben die Heim-Weltcups in Hall und Wien aus dem Training heraus bestritten. Die Vorstieg-Saison beginnt in einem Monat gleich mit dem Höhepunkt, den Weltmeisterschaften in China. (APA)