Die Kameel Klassiker.

Foto: Schwarzes Kameel

Schaut so die Kantine des STANDARD aus?

Foto: Schwarzes Kameel

Wie an dieser Stelle schon kurz angerissen, hatte uns die Lokalauswahl im Vorfeld etwas Kopfzerbrechen bereitet, da wir etwas bieten wollten, aber eben das Richtige und das angemessen. Italiener, selbst Nobelitaliener gibt es in jeder Stadt, das wäre höchst unoriginell gewesen, es musste irgendwie authentisch Wien sein. Der Pressechef von Rolls-Royce hatte eine Coupé überstellt, und bevor er nach Dubai weiterjettete, gab es Zeit für ein schlankes Mittagessen.

Der Pressechef von Rolls-Royce lobte das Lokal, sehr authentisch, schräg, sehr wienerisch, so etwas findet man selten. Und weil wir selbst bei der Auswahl der Speisen originell, nahezu authentisch sind, bestellten wir all die lustigen Sachen, die nicht auf der Karte standen, die uns aber der Kellner nahelegte - selbstverständlich ohne den Preis zu nennen, das wäre ja höchst unnobel gewesen. Ein bisschen Spargel also, ganz ohne großen Aufwand, dann das berühmte Krautfleisch mit Hummer, sehr originell und auch authentisch, das ist gewissermaßen die Hausspeise, dazu ein paar Gläser Wein, nichts Besonderes.

Der Pressechef von Rolls-Royce fragte uns, ob das hier unser Stammlokal, quasi die Kantine des Standard sei. Nein, so oft sind wir nicht hier, nur zu Anlässen, versicherten wir. Christian Domschitz, der Küchenchef, kam vorbei, wechselte ein paar Worte mit uns, dann kam die Rechnung. Wir waren zu dritt, und ich sah den Betrag auf der Rechnung genau: 280 Euro. Der Pressechef von Rolls-Royce verzog keine Miene, ich sah ganz genau hin, er zuckte nicht, er hob nicht einmal die Augenbraue. Und ich sag Ihnen was: Rolls-Royce ist von der Krise keine Spur betroffen, die stellen sogar noch zusätzliche Leute ein. (Michael Völker/DER STANDARD/Automobil/12.6.2009)