Polkappen schmelzen schneller als erwartet 

Washington - Das Eis in Grönland und der westlichen Antarktis schmilzt schneller als bisher erwartet. Das ergab die Auswertung neuer Daten eines Nasa-Satelliten. In manchen Regionen hat sich die Eisschmelze sogar verselbstständigt: Unabhängig vom Temperaturanstieg wird das Eis von den freigewordenen Wassermassen aufgelöst. "Zu einem bestimmten Grad sind die weiteren Folgen von der Ursache unabhängig geworden", sagt Hamish Pritchard. Der britische Wissenschafter hat mit Kollegen 50 Millionen Lasermessungen ausgewertet. Ihr Bericht erscheint im Magazin "Nature".

Erste internationale Uni in Saudi-Arabien 

Jeddah - In Saudi-Arabien wurde am Mittwoch die erste internationale Universität des islamischen Königreichs eröffnet. Die nach dem saudischen Herrscher König Abdullah benannte King Abdullah Universität für Wissenschaft und Technologie (Kaust) in Thuwal bei Jeddah ist die einzige Hochschule des Landes, an der Männer und Frauen gemeinsam studieren. Anders als in allen anderen Institutionen des Landes gilt auf dem Universitätsgelände, das mitten in der Wüste liegt, für Frauen kein Kopftuchzwang. Lediglich 15 Prozent der Studenten stammen aus Saudi-Arabien. Die übrigen Studenten kommen unter anderem aus China, Mexiko und aus den USA. (DER STANDARD, Printausgabe, 24. 9. 2009)

Waterboarding schädigt Erinnerungsvermögen

Die als Waterboarding bezeichnete Verhör- und Foltermethode, bei der Verdächtige nahe ans Ertrinken gebracht werden, ist nicht nur grausam, sie ist in Sachen Informationsbeschaffung auch sinnlos. Wie irische Forscher im Fachblatt Trends in Cognitive Sciences schreiben, können diese und andere gewaltsamen Verhörmethoden aufgrund des übermäßigen Stresses zu Schädigungen bestimmter Hirnfunktionen und des Erinnerungsvermögens führen. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 23.09.2009)

Rauchverbote helfen auch gegen Herzanfälle

Von einer äußerst positiven Nebenwirkung des Rauchverbots an öffentlichen Orten und am Arbeitsplatz berichten US-Mediziner im Journal of the American College of Cardiology. Sie gehen davon aus, dass Rauchverbote die Zahl von Herzinfarkten um bis zu 26 Prozent senken können, da Rauchen das Risiko für Herzanfälle verdoppelt. Österreich ist bei Rauchverboten im öffentlichen Raum internationaler Nachzügler. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 23.09.2009)

Bioinformatiker gewinnt Microsoft Award

Das Geld (250.000 Euro) stammt von Microsoft, und offiziell heißt der Preis Royal Society und Académie des sciences Microsoft Award. Sein diesjähriger Gewinner ist der Bioinformatiker Peter Bork vom Europäischen Molekularbiologischen Labor in Heidelberg, der mittels aufwändiger Berechnungen neue Zusammenhänge zwischen der Gesamtheit der Mikroorganismen unseres Körpers und anderen Parametern wie Ernährung oder Gesundheit erforscht. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 23.09.2009)

Klimaerwärmung verringert Kühleffekt der Wälder

Jülich/London - Steigende globale Temperaturen verringern den kühlenden Effekt von Wäldern, wie deutsche Forscher nun nachgewiesen haben. Bei Hitze würden dort nämlich weniger Schwebeteilchen gebildet, die als Kondensationskeime für Wasserdampf dienen, wie die Forscher im Wissenschaftsmagazin "Nature" berichten. Zwar dünsten Bäume bei größerer Hitze mehr von den sogenannte Monoterpene aus, die für den typischen Waldgeruch sorgen und als Kondensationskeime gelten. Dem wirkt freilich ein weiteres, bei Hitze freigesetztes Molekül entgegen, nämlich Isopren. Die Folge: Geringere Wolkenbildung. (DER STANDARD, Printausgabe, 17. 9. 2009)

Wind könnte Chinas Energieprobleme lösen

Washington - China hat ein enormes Potenzial für Windenergie, stellte ein internationales Forscherteam in einer neuen Studie im Wissenschaftsmagazin "Science" Bd. 325, S. 1378) fest: Das Land könnte bis 2030 einen großen Teil seines Bedarf an elektrischer Energie über Windkraftwerke decken, so die Experten aus China und den USA, die mögliche Szenarien für die Nutzung von Windenergie durchrechneten. Und: Der Schritt in eine von erneuerbaren Energien geprägten Energiewirtschaft sei für China bei entsprechendem politischem Willen zu schaffen. (DER STANDARD, Printausgabe, 12./13. 9. 2009)

Wie Gecko-Schwänze nach dem Abwurf "weiterleben"

Geckos und andere Eidechsen können sich in Lebensgefahr ihres Schwanzes entledigen, um damit ihre Feinde abzulenken. Nordamerikanische Forscher zeigen nun in den Biology Letters der Royal Society, dass die selbst amputierten Gliedmaßen alle möglichen Bewegungen bis hin zu drei Zentimeter hohen Sprüngen vollführen können. Die Bewegungen werden von jenen Teilen des Rückenmarks koordiniert, das sich im abgeworfenen Schwanz befindet. Ungeklärt ist, wodurch dieses beeindruckende "Nachleben" ausgelöst wird, so die Forscher. Sie vermuten, dass Umweltreize eine wichtige Rolle spielen könnten. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 09.09.2009)

Warum Antidepressiva manchmal nicht wirken

Bei rund 30 Prozent der Patienten mit Depression wirken Medikamente schlecht. Deutsche Forscher identifizierten nun im Erbmaterial von Patienten 46 Gene, die die Wirkung von Antidepressiva positiv beeinflussen, wie sie in den Archives of General Psychiatry schreiben. Das Interessante dabei: Viele der Erbfaktoren sind nachweislich auch bei Stoffwechsel-, Herz- und Gefäßerkrankungen aktiv. (red/DER STANDARD, Printausgabe, 09.09.2009)

Epochaler Klimawandel in der Arktis

Washington - Dass es in der Arktis warm wird, ist dokumentiert. Nun zeigt eine multidisziplinäre Studie in "Science" die epochale Dimension des Wandels auf: Der Mensch hat eine seit zumindest 2000 Jahren andauernde Kältephase in 20 Jahren ins Gegenteil verkehrt. (DER STANDARD, Printausgabe, 5./6. 9. 2009)

Mehr Erfolg mit Zuckerbrot als mit der Peitsche

Washington - Belohnung für soziales Verhalten in einer Gruppe lohnt sich für alle Beteiligten mehr als Strafen für einzelne Egoisten. In einem spielerischen Experiment mit konstanten Teilnehmern zahle sich die Belohnung der Mitspieler insgesamt aus, auch wenn sie etwas kostet, berichten Forscher der amerikanischen Harvard-Universität im US-Wissenschaftsmagazin Science (Bd. 325, S. 1272). Praktische Bedeutung könnte das bei der Abfallreduzierung in Wohngegenden oder der Freiwilligen Feuerwehr haben. (DER STANDARD, Printausgabe, 4. 9. 2009)

Was in unserer DNA anders ist als bei Affen

Menschen und Schimpansen weisen, rein genetisch betrachtet, erhebliche Gemeinsamkeiten auf. Was ist in unserer DNA aber nun anders - und wie sind diese Differenzen passiert? Bisher hielt man spezifisch menschliche Gene für Veränderungen bereits "funktionierender", also Protein-kodierender Gene. Doch wie nun zwei Forscher des Trinity College in Dublin im Fachblatt Genome Research schreiben, könnte es auch anders gekommen sein: Nach DNA-Vergleichen stießen sie auf drei menschliche Gene, die aus DNA-Teilen entstanden sind, die bei Schimpansen nicht kodieren. Hochgerechnet kommen die Genetiker auf 18 solcher exklusiv menschlichen Gene. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 02.09.2009)

Auszeichnung für Gottfried Schatz

Gottfried Schatz, Schweizer Biochemiker mit steirischen Wurzeln, erhielt den Europäischen Wissenschaftskulturpreis der Kulturstiftung Pro Europa. (DER STANDARD, Printausgabe, 1. 9. 2009)

Lachgas ist der neue Ozonkiller Nummer eins

Washington - Der Einsatz von FCKWs ist mittlerweile stark eingeschränkt. Doch ihr Nachfolger als Ozonschichtkiller ist auch schon gefunden: nämlich Lachgas, wie ein Forscherteam um Akkihebbal Ravishankara in der Wissenschaftszeitschrift Science (online) berichtet. Neben seinem enormen ozonabbauenden Potenzial wirkt das Stickoxid zudem auch noch als Treibhausgas, und das sogar 300-mal stärker als Kohlendioxid, so Ravishankara. Hauptquellen sind die Landwirtschaft und industrielle Verbrennungsanlagen. (DER STANDARD, Printausgabe, 29./30. 8. 2009) 

Forscher tauschen Mitochondrien bei Affen aus 

London - Mitochondrien sind die Kraftwerke der Zelle; ist ihre Erbsubstanz (die mtDNA) defekt, kann das zu spezifischen Erbkrankheiten führen. US-Genetikern ist es nun erstmals gelungen, in Eizellen von Affen die Mitochondrien auszutauschen, wie sie in "Nature" berichten. Das könnte auch beim Menschen die Weitergabe von Erbkrankheiten verhindern, die auf defekter mtDNA beruhen. (nb)

Macht sehr dick womöglich auch ein wenig doof?

Minneapolis - Fettleibige verfügen über acht Prozent, Übergewichtige über vier Prozent weniger Gehirnmasse als Normalgewichtige, so eine in der Fachzeitschrift "Human Brain Mapping" publizierte Studie. Damit werden die kognitiven Reserven schneller verbraucht und das Risiko für Gehirnerkrankungen steigt, so die Forscher. (nb, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 28. August 2009)

Gen macht Vogelmännchen zu dem, was sie sind

London - Männliche Vögel haben zwei Z-Chromosomen, weibliche dagegen ein Z- und ein W-Chromosom. Australische Forscher berichten nun im Fachjournal "Nature", dass auch das Gen DMRT1 eine Rolle spielt: Wird dessen Gehalt in männlichen Embryos reduziert, entwickeln diese verweiblichte Keimdrüsen. (nb/DER STANDARD, Printausgabe, 27. 8. 2009)

Blinddarm-Anhängsel hat doch seinen Sinn und Zweck

London - Darwin hielt den Wurmfortsatz des Blinddarms für ein funktionsloses Überbleibsel eines größeren Organs - und seine Entzündung für einen schlichten Designfehler. US-Forscher William Parker hat den Appendix nun rehabilitiert: Erstens gibt es ihn bereits seit 80 Millionen Jahren, und zweitens ist er bei vielen Tierarten verbreitet, wie er im "Journal of Evolutionary Biology" schreibt. Und zwar drittens, weil er Darmbakterien bei Durchfallerkrankungen Zuflucht gibt.

Mehr Testosteron macht bei Frauen Lust auf Risiko 

Washington - Studien über Testosteronspiegel sind Legion: Das Sexualhormon wurde dabei unter anderem mit mehr Aggressivität und Alkoholkonsum in Verbindung gebracht. Nun fanden US-Forscher heraus, dass es auch das Karriereverhalten von Frauen beeinflusst. Bei einer Untersuchung an 500 MBA-Studenten zeigte sich, dass Frauen mit höheren Testosteronwerten eher geneigt waren, eine riskante Laufbahn im Finanzbereich einzuschlagen als ihre Kolleginnen, so die Forscher im Wissenschaftsjournal PNAS. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 25. 8. 2009)

Anorganische Leuchtdioden für flexible Bildschirme

Chicago - Ein internationales Forscherteam unter amerikanischer Leitung entwickelte winzige anorganische Leuchtdioden (LED), die zu riesigen, flexiblen und transparenten Bildschirmen zusammengesetzt und etwa an der Außenseite von Bussen angebracht werden können, berichtet das Fachjournal Science. Bisher kamen für flexible Elektronik nur organische LEDs zum Einsatz, die aber weniger hell und kurzlebiger sind.

Nasenlöcher: Nachbarn und Konkurrenten

Washington - Wird jedes Nasenloch mit einem anderen Geruch konfrontiert, nehmen wir nicht etwa eine Duftmischung, sondern beide Gerüche abwechselnd wahr, stellten US-Forscher in der Wissenschaftszeitschrift Current Biology fest. Das Gehirn dürfte die Eindrücke aus den zwei Öffnungen getrennt voneinander verarbeiten. Ähnliche Rivalitäten treten bei Augen und Ohren auf. (nb/DER STANDARD, Printausgabe, 22./23. 8. 2009)

Mikro-Laser für Mikroskope und Nanoschaltkreise

Ein US-amerikanisches Physikerteam entwickelte den bisher kleinsten Laser der Welt. Dieser hat einen Durchmesser von 44 Nanometern und ist damit rund 1600- mal dünner als ein menschliches Haar. Der sogenannte Spaser könnte in extrem hochauflösenden Mikroskopen oder in winzigen elektronischen Schaltkreisen eingesetzt werden. (nb)

Eiweiß hilft Hydra, ihren Kopf durchzusetzen

Trennt man den Süßwasserpolypen Hydra in der Mitte durch, werden beide Teile wiederum zu einem vollständigen Tier. Damit ein neuer Kopf gebildet werden kann, müssen jedoch erst vorhandene Zellen absterben, fanden Forscher der Universität Genf heraus. Dadurch wird ein Protein gebildet, das den Wiederaufbau des Kopfes organisiert. (APA, sda/DER STANDARD, Printausgabe, 19.8.2009)

Sensor "schmeckt" Süßes - auch im Kaugummi

Washington - Wissenschaftern in Illinois gelang ein großer Schritt in Richtung "elektronische Zunge". Sie entwickelten einen Sensor, der natürliche und künstliche Süßstoffe erkennt, darunter 14 gebräuchliche Süßungsmittel. Der Sensor wurde auch bei komplexen Nahrungsmitteln wie Kuchen und Kaugummi erfolgreich eingesetzt. (nb)

Kündigungen beeinflussen Familienplanung 

Linz - Gut ausgebildete Frauen tendieren dazu, ihren Kinderwunsch nach dem Verlust ihres Arbeitsplatzes nicht zu verwirklichen, stellt eine vom Wissenschaftsfonds FWF unterstütze Studie an der Universität Linz fest. Kündigungen lassen die Geburtenzahlen langfristig um fünf bis zehn Prozent sinken. (DER STANDARD, Printausgabe, 18. 8. 2009) 

Sehrinde ist auch bei Blinden im Einsatz

Rovereto/Cambridge - Bei von Geburt an Blinden werden beim Gedanken an verschiedene Objekte dieselben Regionen im visuellen Cortex (Teil der Gehirnrinde) aktiviert wie bei Sehenden, so eine im Wissenschaftsjournal Neuron publizierte Studie. Diese Funktion dürfte nicht von Vorerfahrungen abhängig, sondern in gewisser Weise angeboren sein. (nb/DER STANDARD, Printausgabe, 13.08.2009)

Hunde sind so klug wie Zweieinhalbjährige

Toronto - Hunde sind nicht nur die besten Freunde des Menschen, sondern diesem auch hinsichtlich dessen geistiger Fähigkeiten ähnlich. Sie können, kleinen Kindern ähnlich, zählen, bis zu 250 Wörter unterscheiden und Strategien entwickeln, um Menschen oder Artgenossen zu täuschen, berichtete der Hunde-Experte Stanley Coren bei der Jahrestagung der American Psychological Association in Toronto. Border-Collies scheinen dabei die intelligenteste Rasse zu sein. (nb)

Mit Obst und Gemüse gegen chronische Krankheiten 

Potsdam - Ein gesunder Lebensstil senkt die Gefahr einer chronischen Erkrankung deutlicher als bisher gedacht, fand das Deutsche Institut für Ernährungsforschung heraus. Wer viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukte, dafür wenig Fleisch isst, nicht raucht oder massiv übergewichtig ist und sich pro Woche mehr als dreieinhalb Stunden bewegt, vermindert das Erkrankungsrisiko um 78 Prozent. (APA/AP)

Optimistische Frauen leben gesünder und länger 

Pittsburgh - Das Risiko, an einem Herzleiden zu erkranken, ist bei Optimistinnen um neun, das Sterberisiko sogar um 14 Prozent niedriger als bei Pessimistinnen, berichten Forscher in Circulation, dem Fachmagazin der American Heart Association. (nb, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 11. August 2009)

Starker Alkoholkonsum erhöht Krebsrisiko

New York - Starker Alkoholkonsum steigert zum Teil drastisch das Risiko für verschiedene Krebserkrankungen, berichten Forscher im Fachblatt "Cancer Detection and Prevention" (Bd. 32, S. 352). Ein Getränk pro Tag oder weniger habe hingegen keine Folgen. (DER STANDARD, Printausgabe, 8./9.8.2009)

Intelligente Krähen bestätigen Äsops Fabel

New York - In einer Fabel Äsops löst eine Krähe ein schwieriges Problem: Da sie das wenige Wasser in einem Krug nicht erreichen kann, wirft sie Steine hinein - et voilà. Diese Fabel könnte auf einer wahren Begebenheit beruhen, fanden nun die englischen Verhaltensbiologen Christopher Bird und Nathan John Emery heraus. Sie machten Experimente mit Saatkrähen, die wirklich Steinchen in ein Wassergefäß warfen, um einen darin schwimmenden Wurm näher zum Schnabel zu bringen, wie sie im Fachblatt Current Biology berichten. Bislang kannte man diese Fähigkeit nur von Orang-Utans. 

Orchidee täuscht Wespen mit Bienenduftstoff 

New York - Um Wespen anzulocken, die ihnen als Bestäuber dienen, lassen sich Orchideen allerlei erstaunliche olfaktorische Tricks einfallen: Manche imitieren den Duft anderer Blumen, andere tragen "Wespen-Parfum". Auf der chinesischen Insel Hainan entdeckten Forscher nun eine Orchideenart, deren Duft dem chemischen Alarmsignal einer Biene gleicht, wie sie im Fachblatt Current Biology schreiben. Auf diese Weise werden Wespen der Gattung Vespa bicolor angelockt, die Bienen zur Ernährung ihrer Larven fangen. (red, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 7. August 2009)

Warum Rotwein gegen Entzündungen hilft

Glasgow - Schottische Forscher lösten eine Frage, die besonders Weinfreunde interessieren dürfte: Was kann das im Rotwein enthaltenen Antioxidans Resveratrol wirklich? Wie die Wissenschafter nun im Fachblatt Faseb schreiben, hemmt der Wirkstoff, der in den Traubenschalen enthalten ist, zwei wichtige entzündungsauslösende Proteine. Das konnten die Forscher im Versuch mit infizierten Mäusen zeigen, die ohne Resveratrol etwa eine Sepsis (Blutvergiftung) entwickelten, mit Resveratrol aber gesund blieben.

Wie die Malaria auf die Menschen kam

Washington - Hervorgerufen wird Malaria von Parasiten der Gattung Plasmodium, dessen nächster Verwandter sich beim Schimpansen findet. Bisher ging man davon aus, dass die beiden Parasiten auf einen gemeinsamen Vorfahren vor rund sieben Millionen zurückgingen und sich dann parallel entwickelten. Nun zeigte sich anhand von Gen-Analysen, dass der menschliche Malaria-Parasit sich eindeutig auf den der Schimpansen zurückverfolgen lässt, wie ein Forscherteam in PNAS schreibt. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 4.8.2009)

Katzen sind Rechtspföter, Kater machen es mit links

Belfast - Katzen sind Rechtspföter, während die Kater eher der linken Vorderpfote den Vorzug geben. Das berichten die nordirische Verhaltensforscherinnen im Fachblatt Animal Behaviour. Sie beobachteten 42 Katzen bei Aufgaben, für die ein gezielter Einsatz einer Pfote nötig war. 20 von 21 Kater zogen die rechte vor, bei den Katzen war es genau umgekehrt. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 1./2.8.2009)