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Dutzende bereits geplante Hochzeiten wurden wegen des neuen Gesetzes in Italien wieder abgesagt.

Foto: APA/Pfarrhofer

 Nach dem Inkrafttreten eines umstrittenen Gesetzes zur Bekämpfung der illegalen Migration am vergangenen Wochenende dürfen Ausländer ohne Aufenthaltsgenehmigung nicht mehr heiraten. Damit will die Regierung unter anderem Scheinehen verhindern, dass illegal in Italien lebende Ausländer auf diesem Weg eine Aufenthaltsgenehmigung erhalten können.

Das Gesetz will eine Lücke im italienischen System füllen. Für eine Eheschließung in Italien genügte es bisher, dass ein Ausländer seine Identität und seine Staatsangehörigkeit beweist. Nach der Hochzeit mit einem italienischen Staatsbürger erhielt er sofort eine Aufenthaltsgenehmigung.

Neue Regeln

Ausländer, die einen italienischen Staatsbürger heiraten, müssen von nun an mindestens zwei Jahre lang in Italien leben, bevor sie Recht auf die Staatsangehörigkeit erhalten. Die neuen Regeln führten diese Woche zur Absage Dutzender bereits geplanter Hochzeiten. Von neun Paaren mit mindestens einem ausländischen Partner, die diese Woche am Mailänder Standesamt heiraten wollten, heirateten tatsächlich nur zwei.

In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Zahl der "binationalen" Eheschließungen in Italien verdreifacht. Dies ist nach Angaben des Verbands der italienischen Eherechtsexperten AMI nicht nur auf die zunehmende Zahl von Immigranten zurückzuführen. Organisierte Banden stecken oft hinter Scheinehen zwischen italienischen Staatsbürgern und Ausländern aus Nicht-EU-Staaten. Darauf dürfte auch die Tatsache hinweisen, dass 80 Prozent der Ehen zwischen Italienern und Ausländern wieder geschieden werden. Oft werden Scheinehen zwischen italienischen Rentnern und jungen Ausländerinnen organisiert. (APA)