Wien - Die Autofahrerklubs ARBÖ und ÖAMTC verstehen die Ankündigung der österreichischen Mineralölwirtschaft, gegen die neue Spritpreisverordnung den Verfassungsgerichtshof (VfGH) anrufen zu wollen, nicht: Die Mineralölfirmen seien selbst schuld daran, dass es zur Spritpreisverordnung kommen musste, sagten Vertreter der Autofahrerclubs am Dienstag.

Die Mineralölindustrie sieht in der seit 1. Juli geltenden Verordnung aber eine Wettbewerbsverzerrung. "Gerade der Wettbewerb ist auf einem freien Markt für alle Teilnehmer von großer Bedeutung und darf nicht zur Einbahnstraße werden", sagte der Geschäftsführer des Fachverbandes der Mineralölindustrie, Christoph Capek.

Der ÖAMTC betont, dass das täglich mehrmalige ändern der Preise den Verbrauchern "nicht länger zuzumuten" gewesen sei.

Aufgrund der neuen Verordnung gehen die Tankstellenbetreiber mit den Preisen in der Früh in die Höhe und senken sie im Tagesverlauf im Durchschnitt um drei bis vier Cent je Liter, sagte ARBÖ-Sprecherin Lydia Ninz. Bei einigen Zapfsäulen gebe es auch Reduktionen von bis zu 7,5 Cent je Liter. Die Autofahrer sollten daher erst gegen Abend tanken. Im Schnitt würden die Tankstellenbetreiber die Preise zweimal pro Tag senken - zum ersten Mal meist um zwölf Uhr, dann zwischen 13 und 15 Uhr. Aber auch um 17 Uhr würden die Preise fallweise noch gesenkt. Laut ARBÖ halten sich alle Tankstellenbetreiber an die neue Verordnung.

Der Ölpreis hat am frühen Dienstagnachmittag mit Kursgewinnen tendiert. Gegen 14 Uhr kostete ein Fass (159 Liter) der US-Ölsorte West Texas Intermediate zur Auslieferung im September 67,48 Dollar und damit gut ein Prozent mehr als am Montag. Der Future auf ein Fass der Nordseesorte Brent wurde mit 70,95 Dollar gehandelt. Das waren rund 0,6 Prozent mehr als am Vortag. (red, APA, DER STANDARD, Printausgabe, 19.8.2009)