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Gerald Matt ist seit 1996 Leiter der Kunsthalle Wien.

AP Photo/Lilli Strauss

"Luftschlösser bauen mag eine schöne Sommerbeschäftigung sein, der Sommer ist aber bald vorbei. Klar ist: Die Standortfrage ist ausschließlich Angelegenheit der Kunsthalle und der Stadt Wien. Eine Veränderung steht derzeit nicht zur Debatte. Die Kunsthalle fühlt sich im MQ wohl. Natürlich haben auch wir Erweiterungsbedarf, insbesondere was das 'ursula blickle video archiv' angeht.

Meine Gesprächspartner sind aber nicht Medien und Öffentlichkeit, sondern der Sponsor und die Stadt Wien. Sollte es keine Lösung für die Erweiterungswünsche im MQ geben (Stichwort: Fischer-von-Erlach-Spange), ist ein neuer Standort für niemanden tabu. Dann ist auch eine Aussiedlung des Mumok - etwa an den vom Mumok selbst unlängst geäußerten Wunschstandort Donauplatte - vorstellbar.

Köbs Planungsspiele klingen nach Megalomanie. Nicht nur die Kunsthalle, sondern auch das Leopold muss mitspielen. Aber es geht nicht, eigene Sammlungsdefizite auf Kosten anderer auszutragen. 'Unfriendly Takeovers' haben weder in der Wirtschaft noch in der Kultur etwas zu suchen. Eine zentrale Qualität des MQ ist - neben den Problemen von Hofbespielung bis Kommerzialisierung - Vielfalt und Wettbewerb. Da haben Konzentration und Einheit nichts zu suchen. Auch würde eine weitere Musealisierung dem MQ nicht guttun.

Langfristig ist natürlich immer alles möglich: Die Kunsthalle besteht darin, sich immer wieder neu zu erfinden. Das gilt für Inhalte, aber auch für Standorte."