Bild nicht mehr verfügbar.

Eldar Topic wird gefoult, Milenko Acimovic verwertet den anschließenden Elfmeter.

Foto: APA/Neubauer

Bild nicht mehr verfügbar.

Die Erlösung kurz vor Ende der Verlängerung.

Foto: APA/Neubauer

Bild nicht mehr verfügbar.

Erleichterung auch beim Trainerteam.

Foto: APA/Fohringer

Wien - Schwamm drüber, dürfte sich Austria-Trainer Karl Daxbacher gedacht haben, als seine Mannschaft nach 120 Minuten den Einzug in die Europa League fixierte.  "Letztendlich zählt nur der Aufstieg", sagte Daxbacher und bediente sich zur Legitimierung einer Phrase, die bei den Favoritnern inflationär gebraucht wird, "wir waren heute einfach die Glücklicheren". Das Glück erzwungen, hatte der eingewechselte Emin Sulimani, dessen Freistoß, "ein typischer Sulimani-Schuss", so Daxbacher, in der 115 Minute eine Zitterpartie entschied. Die Wiener stehen nach dem 3:2 (2:2,1:1) im Rückspiel gegen Metallurg Donezk zum bereits vierten Mal in einer internationalen Gruppenphase.

Sulimanis "Roberto Carlos"

Als sich Milenko Acimovic in der zweiten Hälfte der Verlängerung von Emin Sulimani vom Freistoß-Punkt verdrängen ließ, war nicht nur der Spielmacher der Veilchen bereits stehend Ko. Der eingewechselte Sulimani, bettete sich den Ball zurecht und schoss als sei der Roberto Carlos in ihn gefahren. Metallurg-Tormann Disljenkovic war über den Ball, der vorgab ein gerader Schuss zu sein, kurz vor dem Tor aber zu flattern begann und seine Flugrichtung änderte, dermaßen überrascht, dass er die Mitte seines Kastens bloß gab und eine unglückliche Figur machte. 

Müde Veilchen, blühende Metaller

Schwunghaft startete die Austria in das Rückspiel gegen Metallurg Donezk. Es waren nicht Sturm und Drang, was die Violetten den 10.450 Fans im ausverkauften Horr-Stadion boten, aber für eine 2:2-Ausgangslage aus dem Hinspiel doch ambitioniert. In der 21. Minute versetzte Metallurg-Stürmer Tanasa den Veilchen einen Dämpfer. Der Rumäne nutzte einen Stellungsfehler in der Wiener Innenverteidigung - Aleksandar Dragovic und Jacek Bak fühlten sich nicht zuständig - per Kopf. Im Gedächtnis behalten, haben die Ukrainer Manuel Ortlechners linke Abwehrseite. Der Austria-Verteidiger hatte wie schon im Hinspiel gegen die schnell kombinierenden Gegner das Nachsehen. Die defensive Hilfe von Vordermann Acimovic blieb häufig aus.

Die Wiener kämpften sich allerdings wie schon in der vergangenen Runde gegen Vojvodina Novi Sad (4:2 nach 1:2-Rückstand im Rückspiel) zurück. Rubin Okotie, der in die Startformation zurückgekehrt war, stand in der 36. Minute vor keiner großen Prüfung. Dem nicht ganz fit wirkenden Austria-Stürmer fiel der Ausgleich quasi vor die Füße. Spielmacher Acimovic wurde von Verteidiger Sergio angeschossen, seine missglückte Hereingabe lenkte Wolowijk so unglücklich zu Okotie, dass dieser nur noch einschieben musste. Das 1:1 wurde zum Pausenstand.

Ersatzmann Topic holte Elfer raus

Nach Seitenwechsel kratzte Metallurg-Kapitän Checher einen Kopfball Tomas Juns von der Linie (46.). Es blieb aber den Ukrainern vorbehalten für die neuerliche Führung zu sorgen. Henrik Mchitarjan bezwang in Minute 54 Austria-Tormann Safar. Von Joachim Standfest aus den Augen verloren, hatte der freistehende Metallurg-Spieler wenig Mühe, einen Querpass im Tor unterzubringen. Nigerianer Sunny Ekeh Kingsley war die treibende Kraft im Spiel der Gäste. 

Okoties Knie machte mit Fortdauer des Spiels immer mehr Probleme. Bereits Mitte der ersten Hälfte hatte sich der Teamstürmer behandeln lassen, in Minute 64 musste er durch Eldar Topic ersetzt werden. Mit Mamadou Diabang war die erste Alternative zu Okotie im Angriff gesperrt, zudem fehlte Zlatko Junuzovic verletzt.

Eldar Topic war in der 70. Minute von Verteidiger Korotezkij  nicht zu stoppen. Auf dessen gesteigerten Körpereinsatz reagierte er sofort, ein Fall, ein Pfiff, ein Elfer. Acimovic verwertete den Strafstoß sicher ins rechte Eck. Der Ausgleich setzte bei den Veilchen aber nicht die erwarteten zusätzlichen Kräfte frei. Die spielerische Lethargie dauerte an. Die Gäste schwächten sich in der 90. Minute selbst. Dimitrow sah nach einer Diabang-Aktion (Ballwegschlagen, Kritik) seine zweite Gelbe Karte und musste vom Platz.

Vorzeitiger Schlussakt

In der Verlängerung zwang der eingewechselte Austria-Verteidiger Markus Suttner Tormann Disljenkovic mit einem Gewaltschuss zu einer Glanztat (99.). Zwei Minuten später scheiterte Topic nach einem Kopfball Sulimanis völlig alleine vor Disljenkovic. Als das Horr-Stadion sich bereits auf ein Elfmeterschießen einstellte, verkürzte Emin Sulimani die Prozedur und machte sich zum letzten Schützen des Europa League-Duells. (sh)

Qualifikation zur Fußball-Europa-League - 4. und letzte Runde (Play-off), Rückspiel:

FK Austria Wien - Metallurg Donezk Endstand 3:2 n.V. (2:2,1:1)

Franz Horr Stadion, 10.450 Zuschauer, SR Kristinn Jakobsson (ISL). Hinspiel 2:2 - Austria mit Gesamtscore 5:4 in der Gruppenphase. ~

Torfolge: 0:1 (21.) Tanasa

1:1 (36.) Okotie

1:2 (54.) Mchitarjan

2:2 (70.) Acimovic (Elfmeter)

3:2 (115.) E. Sulimani

Austria: Safar - Standfest, Bak, Dragovic, Ortlechner (46. Suttner) - Klein, Baumgartlinger, Vorisek, Acimovic - Jun (90.+2 E. Sulimani), Okotie (64. Topic)

Donezk: Disljenkovic - Sergio, Checher, Korotezkij (72. Arakeljan), Wolowijk (88. China) - Lazic - Makridis, Dimitrow, Mchitarjan, Kingsley (109. Fabio) - Tanasa

Gelb-Rote Karte: Dimitrow (90., Kritik)

Gelbe Karten: Baumgartlinger (im nächsten Spiel gesperrt), Topic bzw. Sergio

Auslosung der Gruppenphase am Freitag um 13.00 Uhr in Monaco; erster Spieltag am 17. September