Wer sich nicht an die Regeln hält, muss künftig zahlen: "Ordnungsberater" sorgen für Ruhe im Gemeindebau

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Fußballspielen im Hof: 36 Euro. Radfahren im Hof: Ebenfalls 36 Euro. Wer beides zu oft tut, riskiert den Rausschmiss aus dem Gemeindebau. Sogenannte „Ordnungsberater“ werden demnächst ausrücken, um in den städtischen Wohnhausanlagen Wiens für Ordnung zu sorgen. 

Strafen und Abmahnungen

Wie die Waste Watcher, die in Wien im ersten Halbjahr fast 2000 Mal eingeschritten sind, wenn jemand ungebrauchte Gegenstände auf der Straße ablagerte, seien auch die OrdnungsberaterInnen Angstellte der Stadt Wien, sagt Hanno Csisinko, Sprecher von Wohnbaustadtrat Michael Ludwig. Sie seien ermächtigt, Organstrafmandate zu verteilen und Fehlverhalten der Hausverwaltung weiterzuleiten. "Und wenn wirklich jemand öfters auffällig wird, kann es bis zur Kündigung kommen", sagt Csisinko. Die OrdnungsberaterInnen seien auch angehalten, wiederholte Verstöße der Hausverwaltung zu melden.

Vorerst sollen 15 Gemeindebau-Watcher ausrücken, später könnten es mehr werden, so Csisinko. Als „prinzipiell gute Idee“ beurteilt ÖVP-Stadtrat Norbert Walter die OrdnungsberaterInnen. Geldstrafen hält er jedoch nur dann für angemessen, wenn es um Vandalismus oder grobe Verunreinigungen geht. "Überall, wo Kinder betroffen sind, halte ich es nicht für gescheit", so Walter. Zudem sei auch die Nachbarschaft gefordert, "mitzuhelfen". Was Ballspiele betrifft, fordert Walter sogar "mehr Großzügigkeit": "Es ist ja gut, wenn man Bewegung macht". (mas, derStandard.at, 1.9.2009)