Die hohlen Wangen der Filmstars aus den 1930er-Jahren, die dünn gezupften Augenbrauen und die dramatisch kolorierten Lider holte sich Giorgio Armani auf den Catwalk. Wie ein Film-noir-Titel klingt der Name der wichtigsten Zutat für das Laufsteggesicht: Eyes to kill. Armanis Make-up-Macherin Linda Cantello empfiehlt die Farbe Braun für den Bereich über der Pupille, schwarz für die Augenwinkel. Das kann man nachmachen, der Rest gehört wegen schwerer Farbunfallgefahr in Profi-Hand.

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Bei Yves Saint Laurent hatte man als Catwalk-Thema eine futuristische Diva im Auge. Ein gnadenlos über Kontur geschminkter Mund und fast nackte Augen wirken nur auf perfekter Grundierung. Dazu gehört erstens der allgegenwärtige Touche Eclat, der Versteckstift für Fehlfarben im Gesicht und das Kompaktpuder Palette Y aus der Herbst-Winter-Kollektion. Sehr alltagstauglich.

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John Galliano versenkte sich für die aktuelle Dior-Mode so tief ins Paris der 1920er-Jahre, dass fürs Heutige kein Platz mehr blieb. Dior-Make-up-Macher Tyen richtete sich danach. Das zentrale Produkt der aktuellen Make-up-Kollektion heißt Dior Jazzclub mit allem drin, was man braucht, um solche Augen zu schminken. Unbedingt üben!

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Givenchy-Designer Ricardo Tisci gestaltet für Herbst/Winter die Garderobe von mittelalterlichen und futuristischen Kriegerinnen. Olivier Echaudemaison hatte wohl solche Lippen im Sinn, als er Rouge de Guerlain erfand. Der Lippenstift mit Hyaluronsäurekugeln und einem lackartigen Finish wird im Herbst viele Handtaschen bevölkern. Aufgrund der technoiden Außenhaut besteht haptische Verwechslungsgefahr mit einem Handy.

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Bei Chanel gehen Make-up und Mode Hand in Hand. Karl Lagerfeld erfindet immer neue Etüden über die Themen Schwarz-Weiß und Chanel-Logo. Peter Philips macht das Gesicht dazu. Wichtigstes Produkt der aktuellen Kollektion ist das sogenannte Eye Gloss, Creme-Lidschatten in vier Farben mit dramatischen Effekten. Trägt man die hellen Farben auf wird's weniger dramatisch, aber punktgenau.

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Hussein Chalayan schickte für Herbst/Winter futuristische Puppen ins Rennen. Das richtige Rot dazu hat Visagistin Hisano Komine. Sie erweiterte die Farbpalette für Sensais "The Lipstick" um das "ewige Rot", an dem sich alle Makeup-Macher zumindest einmal im Leben versuchen müssen. Suou-Rot heißt das Ergebnis, das Sensai den japanischen Kaisern zuschreibt. Es funktioniert aber auch klaglos beim Fußvolk und auf dem Laufsteg sowieso.

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Bei Lanvin flatterten Elfen, die später einmal Diven werden wollen, über den Laufsteg. Im Zentrum des Make-ups stehen mädchenhafte und dennoch üppige Lippen. Helena Rubinstein hat mit den Lippenstiften und -Glosses der Serie Wanted Stellars das entsprechend glitzernde Material dazu. Bei Rubinstein werden die Farben von Demi Moore präsentiert, die ja gerade versucht, sich von der Diva zur Elfe zu wandeln.

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Vivienne Westwood kleidet böse Mädchen ein, die sich am Schminkkasten der großen Schwester vergriffen haben. Bei Clarins gibt es alles, was man dafür braucht. Der Herbstlook Nude Inspirations hat dramatische Farben mit Goldreflexen, die so zart im Finish sind, dass man sie Anfängern bedenkenlos in die Hand drücken kann.

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Bei Atsuro Tayama sehen Mode und Make-up ungekünstelt und unkünstlerisch aus. Ersteres stimmt, Zweiteres nicht. Der beiläufige Look erfordert großes Geschick. Wer das hat, findet bei MAC die richtige Palette. Und wer sich nicht kopfüber in den Pigmenttopf stürzt, bringt mit der Kollektion Colour Craft ein modernes und lautes Make-up zustande.

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Wenn nichts mehr hilft, hilft die Riesenbrille, wie aus der aktuellen Kollektion von Gucci. (Der Standard/rondo/04/09/2009)

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