Jamrud/Peshawar - Pakistanische Sicherheitskräfte haben im Rahmen einer mittlerweile einwöchigen Offensive am Khyber-Pass weitere 33 Extremisten getötet. Damit stieg die Zahl der getöteten Kämpfer nach offiziellen Angaben auf fast 120 seit Beginn des Feldzugs. Der Khyber-Pass ist eine der wichtigsten Routen, über die die Truppen in Afghanistan über Land versorgt werden.

Bei dem jüngsten Schlag gegen die Rebellen seien am Sonntagabend zwei Lager von Aufständischen angegriffen worden, erklärte ein Offizier. Dabei seien 17 Häuser zerstört worden. Auslöser der jüngsten Offensive war ein Selbstmordanschlag, bei dem vor kurzem 22 Grenzwächter ums Leben gekommen waren.

Raketenangriff

Bei einem Raketenangriff auf einen Unterschlupf islamischer Extremisten in Pakistan sind nach Angaben aus dem Geheimdienst und von Bewohnern fünf Kämpfer getötet worden. Der Angriff habe einem festungsartig ausgebauten Haus in Nord-Waziristan gegolten, hieß es am Montag. Bei den Toten handle es sich um Usbeken, sagte ein Vertreter des Geheimdienstes. Die Raketen waren offenbar von einem unbemannten US-Flugkörper, einer Drohne, abgefeuert worden.

Der Angriff ereignete sich in der Nähe der Stadt Mir Ali, die als Rückzugsort für Kämpfer der Al-Kaida und der Taliban aus dem benachbarten Afghanistan gilt. Bewaffnete Kämpfer hätten das beschossene Haus abgeriegelt, berichtete ein Anrainer in einem Telefongespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters. Im August war der pakistanische Talibanführer Baitullah Mehsud ebenfalls bei einem Raketenangriff getötet worden.

Zivilisten auf der Flucht

Im Nordwesten Pakistans sind indes zehntausende Zivilisten vor Kämpfen zwischen der Armee und islamistischen Rebellen geflüchtet. Etwa 30.000 Flüchtlinge aus dem Bezirk Khyber seien am Sonntag in Peshawar, der Hauptstadt der Nordwestprovinz, angekommen, sagte am Montag der Chef der Provinzregierung, Sahibzada Mohammad Anis, der Nachrichtenagentur AFP. Der Regierungschef von Khyber bestätigte die Zahlen und fügte hinzu, die Flüchtlinge hätten eine vorübergehende Waffenruhe ausgenutzt. Das UNO-Flüchtlingshochkommissariat (UNHCR) sprach dagegen von 500 bis 800 geflohenen Familien, darunter vor allem Frauen und Kinder.

Die pakistanische Armee führt seit einem Anschlag auf Polizeikasernen mit 22 Toten Ende August eine Offensive gegen islamistische Kämpfer in der strategisch bedeutenden Region um den Khyber-Pass nach Afghanistan. Nach Angaben der Bezirksregierung von Khyber wird jedoch für die kommenden Tage mit einem Ende der Kämpfe gerechnet. (APA/Reuters)