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Die Sudanesin Lubna Ahmed al-Hussein muss ins Gefängnis.

Foto: REUTERS/Mohamed Nureldin

Khartum- Die im Sudan wegen des Tragens einer Hose verurteilte Journalistin Lubna Ahmed al-Hussein ist aus der Haft entlassen worden. Hussein habe das Gefängnis am Dienstag verlassen, sagte der Vorsitzende des sudanesischen Journalistenverbands, Moheddin Titawi, der Nachrichtenagentur Zuvor habe der Verband die gegen die Journalistin verhängte Geldstrafe von 500 sudanesischen Pfund (rund 140 Euro) bezahlt.

Der Journalistin hatten nach islamischen Recht 40 Peitschenhiebe gedroht, weil ihr wegen des Tragens einer Hose in der Öffentlichkeit unschickliches Verhalten vorgeworfen wurde. Ein Gericht in Khartum sah von der Verhängung der Prügelstrafe ab, verurteilte sie am Montag aber zu der Geldstrafe. Weil Hussein diese nicht zahlen wollte, trat sie eine Haftstrafe an, die einen Monat dauern sollte.

Hussein war Anfang Juli mit zwölf weiteren Frauen in Hosen festgenommen worden. Während zehn Frauen, darunter auch Christinnen, direkt von der Polizei ausgepeitscht wurden, focht die Journalistin die Vorwürfe an und machte den Fall damit öffentlich.

Demonstrantinnen festgenommen

Die sudanesische Polizei hatte am Montag rund vierzig Frauen festgenommen, die vor einem Gerichtsgebäude in Khartum gegen die islamische Kleiderordnung protestierten. Die Frauen demonstrierten aus Solidarität mit der Journalistin.

Nach strenger Auslegung der islamischen Sittenlehre gilt das Tragen von Hosen durch Angehörige des weiblichen Geschlechts als unanständig. Anwälte und Menschenrechtskämpfer kritisieren, dass die Anwendung des entsprechenden Gesetzes im Sudan völlig willkürlich sei.

Lubna Hussein gehörte zu einer Gruppe von 13 Frauen, die am 3. Juli bei einer Razzia der Ordnungspolizei in einem Café von Khartum verhaftet wurden. Zehn von ihnen wurden zwei Tage danach auf einer Polizeiwache ausgepeitscht. Hussein und zwei weitere Frauen entschieden sich aber, vor Gericht zu gehen. (APA/AP)