Salzburg - Auf Bundesebene gab es am Montag seitens der Opposition Forderungen nach Konsequenzen aus der Salzburger Olympia-Affäre: Die Grünen kündigten parlamentarische Anfragen sowie die Prüfung eines möglichen Amtsmissbrauchs des damaligen Sport-Staatssekretärs Lopatka an, die FPÖ rief nach einer externen Kontrolle der Bewerbung, und das BZÖ möchte einen Rechnungshof-Unterausschuss einsetzen.

Lopatka "hat bei der Gewährung der 2,4 Millionen-Euro-Unterstützung für die Salzburger Bewerbungs-GmbH gegen die Rahmenrichtlinien für die Gewährung von Förderungen aus Bundesmitteln verstoßen," so der Sportsprecher der Grünen, Dieter Brosz. Die Förderung hätte nur bewilligt werden dürfen, wenn durch die Bewerbungs-Gesellschaft der Nachweis über sämtliche - auch eigene - finanzielle Mittel vorgelegt worden wäre, was aber nicht der Fall gewesen sei, so Brosz. Daher werde nun geprüft, ob Lopatka Amtsmissbrauch begangen habe.

Außerdem sei laut Berater Erwin Roth das Darlehen der Bewerbungs-Gesellschaft an den Olympischen Förderverein nie vergebührt worden. Wenn dies tatsächlich so gewesen sei, "besteht der Verdacht eines Finanzstrafvergehens", sagte der Grün-Politiker, der zwei parlamentarische Anfragen ankündigte.

Lopatka wies Brosz' Vorwürfe umgehend zurück. Er war "zwar mit beiden Großsportveranstaltungen befasst, aber nicht entscheidungsbefugt", so der ÖVP-Politiker. Außerdem sei er nur bis zu maximal 40.000 Euro zeichnungsberechtigt gewesen.

Für FPÖ-Sportsprecher Herbert Kickl werden die Geldflüsse "immer undurchsichtiger". Eine externe Überprüfung der gesamten Olympia-Bewerbung beispielsweise durch den Rechnungshof sei das Gebot der Stunde. Auch das BZÖ verlangt eine "lückenlose Aufklärung" im Rahmen eines Rechnungshof-Unterausschusses, sagte BZÖ-Rechnungshofsprecher Gerald Grosz.

Auch Wallner-Vize geht

Inzwischen hat nach ÖOC-Präsident Leo Wallner auch sein Vize Arnold Grabner  seinen Rücktritt angekündigt. Der 70-jährige ehemalige SPÖ-Sportsprecher und Nationalratsabgeordnete (1981 bis 2001), seit 1998 im Vorstand des Österreichischen Olympischen Komitees und seit 2005 Vizepräsident, führte gesundheitliche Gründe ins Treffen. (APA)