Dies haben zwei Lehrer einer Wiener Ganztagsvolksschule zum Abschied an ihre Schüler geschrieben:

"Die letzten vier Schuljahre, die ich euch begleiten durfte, waren nicht immer sehr einfach, ihr habt mir viel Energie geraubt, die ich oft für andere Dinge gebraucht hätte. Jeder Einzelne von euch war wirklich allein ganz entzückend und auch vernünftig, in der Masse habt ihr euch jedoch oft in ‚Monster‘ verwandelt. Ich war wirklich bemüht, euch zu höflichen, kritikfähigen und auch kritischen Schülern heranzuziehen, bei einigen von euch sehe ich auch heute noch keinen richtigen Erfolg." (G. S.)

Und: "Im Reim möcht' ich nun beschreiben/vier Jahr' Schulperiodenleiden/Mit der Zeit wurde die Zahl der Schüler kleiner/und ihr Benehmen immer gemeiner/Sie stritten sich wie Hund und Katz/und zeigten auch den Lehrern ihre Fratz'/Respektlos bis zum Gehtnichtmehr,/der Antrieb zum Lernen mühselig und schwer." (C. H.)

Abgesehen davon, dass auch Lehrer am Wolf-Martin-Syndrom leiden - die Briefe geben eine Ahnung davon, was schon in der Volksschule aus dem Ruder läuft, bei Schülern und Lehrern. (Hans Rauscher, DER STANDARD, Printausgabe, 8.9.2009)