Wien - In der Wirtschaftskrise schneiden sich die Österreicher wieder öfter die Haare zu Hause: Von diesem Trend zum "Selberschneiden" profitiert der Friseurbedarf-Anbieter Roma. "Wir sind von der Wirtschaftskrise nicht negativ betroffen", so die beiden Roma-Geschäftsführer bei einer Pressekonferenz Dienstagmittag in Vösendorf. Das Unternehmen will in den nächsten Jahren vor allem nach Italien und Tschechien weiter expandieren und das Filialnetz auf 150 Standorte bis 2012 ausbauen.

Im Jahr 2008 erzielte der Friseurbedarf-Händler einen Umsatz von rund 26 Mio. Euro mit 370 Mitarbeitern. Das Unternehmen bietet spezielle Produkte an, welche im Drogeriemarkt nicht erhältlich sind. Nach eigenen Angaben ist Roma Marktführer bei Friseurbedarf in Österreich mit einem Anteil von 78 Prozent. 85 Prozent der Kunden sind derzeit Privatkunden.

Vor 60 Jahren in Wien als Fachgeschäft von Robert Maurer gegründet hat das Unternehmen seit 1997 massiv expandiert. Der Chemieunternehmer Peter Mayer stieg 1995 in das Unternehmen ein und hält derzeit 50 Prozent. Das Unternehmen versteht sich als Familienbetrieb mit zwei Eigentümerfamilien.

Filialen in Einkaufszentren

Vor allem die Eröffnung von Filialen in Einkaufszentren hat sich als richtige Strategie erwiesen, so Co-Geschäftsführer Robert Maurer. Dort sei die Hemmschwelle "einmal reinzuschauen" niedriger und die Frequenz wesentlich höher als in guten Stadtlagen. Am Anfang der Expansion seien die Banken vorsichtig gewesen, sagte Co-Geschäftsführer Peter Mayer. Aber man habe trotz der starken Expansion nie Verluste geschrieben.

Im Jahr 1997 erzielte Roma mit drei Filialen einen Umsatz von 1 Mio. Euro. Vor allem zwischen 1999 und 2005 expandierte das Unternehmen sehr stark und konnte in diesen Jahren alle zwei Jahre seinen Umsatz verdoppeln. Allein im Jahr 2004 wurden 24 neue Filialen eröffnet.

Seit 2002 expandiert Roma in die Nachbarländer u.a. nach Deutschland, Slowakei und Ungarn. 2009 will das Unternehmen mit 130 Filialen rund 28,5 Mio. Euro umsetzen. Im Oktober 2009 soll das neue Hauptlager um 2,5 Mio. Euro in Vösendorf fertiggestellt werden. Für die kommenden Jahre plant Roma die Feinjustierung des bestehenden Filialnetzes in Österreich und den Ausbau in den Nachbarländern. (APA)