Hanna Risku beklagt, dass ausgerechnet bei Usability gespart wird.

Foto: Donau-Uni

Eine Fehlermeldung bei alltäglichen Geräten wie Mobiltelefon, Computer oder Fotoapparat: Man greift zur Gebrauchsanweisung und ist nicht selten frustriert. "Viel Information, dafür kaum verständlich", fasst Hanna Risku, Fachfrau für Informationsdesign an der Donau-Universität Krems, das Problem zusammen. Riskus Interesse gilt der Überwindung von Kommunikationsbarrieren.

Während sie sich im Doktorat noch vor allem mit transkulturellen Barrieren beschäftigte, geht es ihr heute auch um die Verständnisprobleme, die mit guter Gestaltung überwunden werden können. Dann könnten Leitsysteme, Bedienungsanleitungen oder Verkehrszeichen als echte Bojen in der Informationsflut fungieren. Aber: "Usability ist schwer in die Praxis zu bringen. Hier wird oft und gerne gespart, und deswegen darf man das Thema nicht allein dem Markt überlassen", meint Risku. Als Präsidentin des Dachverbands TCeurope betreibt sie seit 2003 Lobbying für technische Kommunikation.

Die gebürtige Finnin folgt dem Prinzip, das zu tun, was dem Stand der Lehre entspricht: An dem von ihr geleiteten Department für Wissens- und Kommunikationsmanagement an der DonauUni soll Qualitäts- und Wissensmanagement nicht nur unterrichtet, sondern auch gelebt werden. "Menschen zu begleiten, die etwas verstehen wollen", gehört zu ihren liebsten Verpflichtungen.

Ein halbes Jahr war sie interimistisch Vizerektorin für Lehre und Weiterbildung, ist aber froh wieder wissenschaftlich arbeiten zu können. Beim gerade laufenden FFG-Projekt Viena (Visual Enterprise Network Analysis) geht es darum mit dynamischer Netzwerk-Analyse soziale Netzwerke und informelle Knotenpunkte in einer Firma sichtbar zu machen. Die 42-Jährige ist ausgebildete Übersetzerin für Deutsch, Englisch und Finnisch. Schwedisch lernte sie als zweite Landessprache schon in der Schule.

Ihr Diplom absolvierte sie an den Instituten für Translationswissenschaft der Unis in Wien und Tampere. Aus dem Plan, ein Jahr Auslandserfahrung in einem deutschsprachigen Land zu sammeln (1986), wurde langsam aber sicher ein Hauptwohnsitz in Wien. Kein schlechter Ort, wenn man sich wie Hanna Risku für Nuancen und die Übertragung von Bedeutungen interessiert.

Drei Jahre pendelte sie aus Österreich als Lecturer für Kognitionswissenschaften an die kleine, internationale Skövde-Universität in Schweden. Der Weg nach Krems, wo sie vor zwölf Jahren als freie Mitarbeiterin im Lehrgang Technische Dokumentation begann - ist im Vergleich dazu eine erholsame Kurzstrecke. (Astrid Kuffner/DER STANDARD, Printausgabe, 09.09.2009)