Budapest - Die Regierungschefs von Ungarn und der Slowakei treffen einander am morgigen Donnerstag auf ungarischem Boden. Die Begegnung im nordungarischen Szecseny, im Komitat Nograd, solle der Verringerung der Spannungen zwischen den beiden Nachbarländern dienen, hieß es in einer Aussendung des Amtes des ungarischen Premiers Gordon Bajnai. Sein slowakischer Amtskollege Robert Fico beanstandete im Vorfeld des Arbeitstreffens, Ungarn solle die Schuld für die Spannungen zwischen den beiden Ländern nicht immer nur der Slowakei zuschieben.

Grund des Treffens ist das belastete bilaterale Verhältnis

Grund des Treffens ist eine Reihe von Eklats, die das bilaterale Verhältnis belasten. So kritisiert Ungarn das slowakische Sprachgesetz, das die Rechte der ungarischen Minderheit in der Slowakei schwer beschneiden würde. Auch das durch die Regierung in Bratislava (Preßburg) am 21. August ausgesprochene Einreiseverbot für den ungarischen Staatschef Laszlo Solyom in die Slowakei hatte zur Verhärtung der Fronten geführt. Solyom wollte in der slowakischen Grenzstadt Komarno an der Einweihung des Reiterstandbildes des ungarischen Königs Stephan I. und Nationalheiligen (969-1038) teilnehmen, der den ersten ungarischen Staat gründete, zu dem auch heute slowakisches Territorium gehörte.

Missstände im slowakischen Sprachgesetz beseitigen

Ein Abbau der Spannungen könne nur dann erreicht werden, wenn die Missstände des neuen slowakischen Sprachgesetzes, das die rund 500.000 Ungarnstämmigen in der Slowakei sowie andere Minderheiten belaste, beseitigt würden, erklärte Bajnai im Vorfeld des Arbeitstreffens in Szecseny. Auch könne das rechtswidrige Einreiseverbot für den ungarischen Präsidenten in die Slowakei nicht unerwähnt bleiben.

Der ungarische Premier hatte in den Medien betont: "Wir können nur vorwärts kommen, wenn wir den Konflikt nicht den "Extremisten" auf beiden Seiten überlassen. Bajnai kündigte konkrete Schritte an, um das bilaterale Verhältnis zu verbessern. Der Polizeichef des Komitats Nograd ordnete für den 10. September erhöhte Kontrollen an, die sich von 6.00 Uhr Früh bis 18.00 Uhr am Abend Uhr erstrecken. (APA)