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Frühmann (58) imd The Sixth Sense (13) können dank Hamberg in einigen Jahren gemeinsam in Pension gehen

Foto: APA/Schlager

Standard: Wie sind Sie zu The Sixth Sense gekommen?

Frühmann: Ende April 2004 wollte ich mir ein Pferd kaufen, hatte dazu das Okay von Serena. Ich war eine Woche lang in Deutschland, Holland und Belgien unterwegs, ohne fündig zu werden, und eher frustriert auf dem Heimweg. Da hat mich ein Freund überredet, noch einmal bei dem Stall in Bayern vorbeizusehen, wo die "Sense" stand.

Standard: Sie haben das Pferd schon gekannt?

Frühmann: Ich war schon länger interessiert, der Preis war zu hoch.

Standard: Hat sich am Preis oder an Ihrem Pouvoir etwas geändert?

Frühmann: Die Besitzer sind das Pferd nicht losgeworden. Es war zwar vielversprechend, aber auch schwierig. The Sixth Sense trabt seltsam und galoppiert flach. Damit kommen viele nicht zurecht. Damals hatten ihn im Winter einige gute Reiter ausprobiert, aber keinem hat er gepasst. Deshalb war der Preis dann auf einmal okay.

Standard: Was heißt okay?

Frühmann: Das Pferd war eigentlich ein Geschenk, hat einen Bruchteil von dem gekostet, was es heute wert ist, und das sind Millionen. Auf der Koppel, da führt er sich auf, aber im Parcours ist er voll konzentriert. Ein herzensliebes Pferd, gleichzeitig ein Baby und ein Bär.

Standard: Ohne Hamberg hätten Sie ihn nicht kaufen können, allerdings auch schon wieder verkauft?

Frühmann: Gut, sie kann sich das leisten, auf Angebote in Millionenhöhe nicht einzugehen. Es ist ein Glücksfall für mich, dass wir uns trotz Scheidung gut verstehen. Sie ist als Besitzerin toll, lässt mir mit den Pferden völlig freie Hand.

Standard: Die "Sense" war 2006 weltbestes Sprungpferd. Und heuer?

Frühmann: Wir haben wieder eine Supersaison, oft gewonnen oder waren hoch platziert. Es zahlt sich aus, dass ich ihn nicht überfordere und auf große Championate wie WM, EM oder Olympia verzichte. Dort ist die Belastung so hoch, dass viele Pferde verheizt werden. (Fritz Neumann, DER STANDARD Printausgabe 10.9.2009)