Wie Intel den Begriff Netbooks für kleine Laptops eingeführt hat, wollte Qualcomm das Wort Smartbook für kleine Notebooks mit Smartphone-Chips und -Software salonfähig machen. Doch diesen Begriff darf der Chip-Hersteller nun nicht mehr verwenden. Die deutsche Smartbook AG hat gegen die deutsche und die US-amerikanische Niederlassung eine einstweilige Verfügung erwirkt und auch Medienseiten abgemahnt, den Begriff nicht mehr in diesem Zusammenhang zu verwenden.

Rechte in Deutschland

In einer Aussendung des Unternehmens heißt es, Qualcomm Inc. und Qualcomm CDMA "haben es zu unterlassen, im geschäftlichen Verkehr innerhalb von im Bereich der Bundesrepublik Deutschland technisch abrufbaren Internetangeboten ohne Zustimmung der Smartbook AG die Kennzeichenfolge 'Smartbook' in allen Schreibweisen im Zusammenhang mit tragbaren Computern - wie Laptops (Notebooks) - zu benutzen, ohne mitzuteilen, dass auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland jede Nutzung des Zeichens 'Smartbook' im Zusammenhang mit tragbaren Computern ausschließlich der SMARTBOOK AG vorbehalten ist."

250.000 Euro Ordnungsgeld

Bei Zuwiderhandeln droht dem Konzern demnach ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro oder "ersatzweise Ordnungshaft", wie es weiter heißt. Bestimmte Websites des Chip-Herstellers wie hellosmartbook.com seien zudem für Nutzer mit deutscher IP-Adresse gesperrt worden. Vorstand Dirk Pick sieht in der Verwendung des Begriffs durch Qualcomm einen "geradezu absurden und zugleich schweren Angriff" auf die Marke. Das Unternehmen sei quasi gezwungen worden Abwehrmaßnahmen einzuleiten, um die Marke zu schützen.

Medienseiten abgemahnt

Die Smartbook AG will die Verwendung des Begriffs auch Medienseiten untersagen. In Schreiben, die an verschiedene Redaktionen ergingen, forderte das Unternehmen auf, "Smartbook" nicht zu verwenden, sofern es sich nicht um die Produkte des Smartbook AG handle. Auch an den derStandard.at erging ein solches Schreiben. So sollen auch bereits veröffentlichte Artikel dahingehend abgeändert werden. (br)