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Der Stettweger Kultwagen ist eine der Hauptattraktionen des der zweitgrößten archäologischen Sammlung Österreichs

Foto: APA/LANDESMUSEUM JOANNEUM

Graz - Österreichs zweitgrößte archäologische Sammlung hat ein eigenes Museum bekommen: Die rund 1.200 Objekte des steirischen Universalmuseums Joanneum werden in einem Zubau des Lapidariums im Areal von Schloss Eggenberg gezeigt. Auf 651 Quadratmeter Ausstellungsfläche wird von der ägyptischen Mumie bis zum Kultwagen von Strettweg nun alles ansprechend präsentiert. "Es sind Stücke von Weltrang dabei", betonte Joanneums-Chef Peter Pakesch bei einer Pressekonferenz am Donnerstag.

"Der Bau ist der Schlussstein in der Neugestaltung der Sammlungsaufstellungen", erklärte Wolfgang Muchitsch, Direktor des Joanneums. Die neuen Räume - geplant von "BWM Architekten und Partner" - sind durch Tageslicht-Öffnungen sehr hell, auch die sandgestrahlten, fast weißen Wände und der Betonboden lenken den Blick auf die Objekte und verbereiten eine sachlich-einladende Atmosphäre.

Kultwagen von Strettweg

Zu den Hauptattraktionen der Ausstellung, die von der Archäologin Barbara Porod betreut wurde, gehört nach wie vor der Kultwagen von Strettweg. Er wird wieder ohne die vor einigen Jahren gefundene Schale, von der man annahm, sie könnte obenauf gelegen sein, präsentiert. "Wir wissen, das etwas oben war, aber ob es genau diese Schale war, können wir nicht sicher sagen, daher lassen wir sie lieber weg", erläuterte Porod.

Ein weiterer Höhepunkt ist der Silberbecher von Grünau, ein Gefäß, das um die Mitte des ersten Jahrhunderts gefertigt und 1990 bei Ausgrabungen in Grünau bei Groß St. Florian entdeckt wurde. Auch die Mumien sowie die Bronzemaske aus Kleinklein sind zu sehen, außerdem zypriotische Plastiken, griechische Keramik, eine umfangreiche Schmucksammlung und einiges mehr.

Gegenwartsbezug

Den Ausstellungsgestaltern ging es vor allen darum, ein Museum zu schaffen, das alle anspricht, die sich für Menschen, ihre Lebenswelten sowie wechselnde gesellschaftliche Bedingungen interessieren. Um einen deutlichen Gegenwartsbezug herzustellen, können über ipods, die in der Schau zur Verfügung gestellt werden, Interviews mit bekannten Österreichern wie Hermann Nitsch, Adolf Holl oder Rotraud Perner zu einzelnen Themenbereichen des Museums gehört werden.

In den Baukosten von 2,8 Millionen Euro sind neben der Errichtung des Gebäudes auch die Neugestaltung des Lapidariums-Eingangsbereiches sowie die Vorplatzgestaltung enthalten. (red/APA)